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Inkubation |
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Bezeichnet das Schlafen
an einer heiligen Stätte, meist einem Tempel, zum Zwecke des Erhaltens eines
von göttlichen Wesen geschickten Traums. Grundlage dieser religiösen Praxis
ist die Überzeugung, dass dem Traum eine zukunftsweisende Realität zukommt,
weil sie durch eine Verbindung zu einer Gottheit vermittelt wird. Nach
bestimmten Vorbereitungen legt sich der Rat- oder Heilungssuchende zum
Schlaf nieder. Traumerlebnis oder Traumorakel bedarf oft der Deutung durch
Priester, um den Sinn der Botschaft deutlich zu machen. Das Niederlegen auf
den Boden legt einen ursprünglichen Einfluss chthonischer Gottheiten nahe,
und auch Asklepios hatte sich von einem thessalischen Erddämon zu einem
Heilgott entwickelt. Tempelschlaf wurde auch in den Kulten der
Heilgottheiten Isis und Serapis praktiziert. Trotz der Zurückweisung dieses
antiken Brauches durch die Kirchenväter (Eusebius, Vita Const. III 36;
Hieronymus, In 65, 4) fand er in der frühchristlichen Praxis, vorzugsweise
in den Kulten christlicher Heiliger Verwendung, die mit dem Bereich der
Heilung oder Hilfe verbunden waren. Kosmas und Damian stehen als Patrone der
Ärzte und Apotheker in der antiken Tradition des Dioskuren- und
Asklepios-Kultes. Inkubation ist auch in der Verehrung des Erzengels Michael
und der heiligen Thekla von Bedeutung gewesen. |
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