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Idol / Idololatrie

Idol (I.) (griech. „Abbild", in der LXX und im Neuen Testament Götter- bzw. Götzenbild) bzw. Idololatrie (Verehrung der Götterbilder) sind seit frühchristlicher Zeit abwertende Begriffe: Von einem Idol zu reden setzt voraus, dass diesem Götterbild keine göttliche (sondern höchstens widergöttliche) Macht zukommt; dessen Verehrung ist also „Heidentum".
Der Ursprung zu dieser Wertung liegt im Alten Testament, wo im Dekalog die Anfertigung von Götterbildern für Israel untersagt und als Inbegriff fremder Religiosität dargestellt wird (Ex 20,4 ff.); entsprechende Polemik gegen Idololatrie wird dann vor allem bei Deuterojesaja laut (Jes 40,19; 46,9 ff. usw.). Das Alter des Gebots ist umstritten; besonderes Gewicht erhält es jedenfalls erst in der Exilzeit, da sich der israelitische Kult seiner Umgebung gegenüber als typisch andersartig profilieren muss. Im Neuen Testament wird dieses Motiv in der Auseinandersetzung mit den antiken Religionen aufgenommen und erscheint vor allem in den Lasterkatalogen. Auch hier geht es um den Erweis eines spezifisch neuen christlichen Kultes im Verhältnis zur Umwelt.
Schliesslich kehrt derselbe Sachverhalt im Islam wieder; obschon das Bilderverbot im Koran noch nicht deutlich wird, ist es seit der Frühzeit selbstverständlich. Während das Judentum und der Islam in der Ablehnung des Bilderdienstes relativ konsequent bleiben, lässt das Christentum Bilderverehrung - in dogmatisch genau definierten Grenzen - bald wieder zu. Erst in der Reformation (bes. dem reformierten Typus) kommt es wieder zu einer Reaktion dagegen.
Die Wendung gegen die Bilderverehrung ist letztlich in einem spezifischen Gotteskonzept begründet: Jede Analogie zwischen Gott und Welt, zwischen Schöpfer und Geschöpf soll abgewiesen werden; das Bild aber fördert solche Analogien, ermöglicht den Umgang und eventuell auch die Behändigung des Göttlichen.


 

 

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