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Hierogamie

(griech. hieros gamos = heilige Hochzeit)
Sie findet sich in zahlreichen Religionen. Ein Motiv für die Hierogamie ist die Zauberkraft, die dem Geschlechtsakt innewohnt und die Natur befruchtet. Daher spielt sie in den Fruchtbarkeitsriten vieler Religionen eine wichtige Rolle. Das andere wesentliche, durchgängige Motiv für die Hierogamie ist die geschlechtliche Vereinigung mit der Gottheit, vollzogen mit einem Stellvertreter (Priester, Hierodule, Tempelmädchen). Diese unio mystica, die substantielle Einigung mit dem Göttlichen (meist Fruchtbarkeits- oder Liebesgöttin) in der vollzogenen oder symbolisch dargestellten sexuellen Vereinigung, zeigt die Sehnsucht des Menschen nach Hingabe und kosmischer Einheit. Dazu G. van der Leeuw: „Kein Mensch ist imstande, das Sexuelle aus irgendeinem Verhältnis, auch nicht aus demjenigen zur Gottheit, völlig zu entfernen".
Die Höherentwickluns sittlicher Vorstellungen bewirkt einen Übergang ins Symbolische. So wird in den Mysterienkulten symbolisch ein Brautbett bereitet, auf dem in einer Vision die Vereinigung zwischen dem Mysten und der Gottheit geschieht.
Den Gnostikern ist die Hierogamie ebenfalls bekannt. Da die Differenzierung der Welt ihrer Meinung nach durch Zeugung erfolgt ist, versuchen sie, den Weg zurück zur Einheit durch mystisch-symbolische oder tatsächliche rituelle Liebesvereinigung zu beschreiten.
leiten, die schon im AT in sprachlich Symbolen zum Ausdruck kommt und d Verhältnis Jahwe - Israel charakteris (vor allem in der allegorischen Deutung des Hohenliedes) und im NT weiterlebt (Verhältnis Christus - Kirche).
Später wird die jüd.-christl. Brautmystik individualisiert: Die Seele wird die Braut des Logos, mit ihm im pneumatikos gamos verbunden (Philo v. Alex., Origenes). Auch im MA lebt die individualisierte Brautmystik weiter (Mechtil v. Magdeburg), und bis in die Neuze findet sich der Brauch, dass z. B. den Benediktinerinnen nach ihrem Gelübde ein Kruzifix auf das Kopfkissen gelegt wurde. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass sich zeitgleich im MA sowohl im indischen Krishna-Kult als auch in der islamischen Mystik eine Liebesmystik entwickelte.

 


 

 

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