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Heilsgestalten im Christentum

In dem Buch, das die Christen selbst „heilig" nennen, der Heiligen Schrift, ist dem die Antwort eröffnet, der nach den Heilsgestalten im Christentum fragt. In den alttestamentlichen Schriften ist Gott allein der Heilige, kommt nur ihm Heiligkeit zu. Diese alttestamentliche Sicht wird neutestamentlich differenziert: Die Heiligkeit kommt Gott dem Vater zu, offenbart sich in der Fleischwerdung seines Sohnes Jesus von Nazaret und untrennbar davon im Heiligen Geist, der das Prädikat „heilig" sogar als Eigenname erhält. So ist im Neuen Testament der Heilige Gott der Dreieine. Zentral bleiben dann neutestamentlich die Stellen im 1. Brief an Timotheus: Jesus Christus ist durch seine Erlösungstat und Erhöhung der eine Mittler der göttlichen Heiligkeit zwischen Gott und den Menschen, und von seinem Geist ist die ganze Schöpfung geheiligt. Durch die Taufe im Namen des Dreieinen hat jeder Christ Anteil an der einen Heilsgestalt Jesus Christus, ist er als Heiliger berufen aus Berufung und nicht aufgrund von Leistung. Somit erlangt der Heilige die Heiligkeit gerade nicht durch das Vermögen einer eigenen Leistung, sondern sie ist ihm gnadenhaftes Geschenk Gottes, die die ganze menschliche Freiheit in Anspruch nimmt.
Die Aussagen der Heiligen Schrift sind massgebend für die Lehre der Kirche, wenn sie die Heiligen verehrt. Das II. Vatikanum hat sich in der Liturgiekonstitution „Sacrosanctum concilium" und insbesondere in der Kirchenkonstitution „Lumen gentium" erneut theologisch und lehramtlich mit der Heiligenverehrung auseinandergesetzt. LG Nr. 50 führt aus, dass die Heiligen uns noch enger mit Christus verbinden, Antrieb, Wegweiser und Zeichen der Gegenwart Gottes in der Kirche sind.
Die Geschichte der Heiligenverehrung beginnt etwa um die Mitte des 2. Jh. Zunächst wurden die Märtyrer, die mit ihrem Blut das höchste Zeugnis des Glaubens und der Liebe gegeben hatten, verehrt. Den Bekennern, die in der Verfolgung Folter, Gefangenschaft und Verbannung erleiden mussten, den Aposteln als den ursprünglichen Zeugen wie den Asketen und Jungfrauen wegen ihrer ausserordentlichen Christusnachfolge kam ebenfalls schon früh eine kultische Verehrung teil. Zu dem Begehen des Gedächtnisses des Todestages, dem Nacheifern der genden, der Bitte um Fürsprache - ni Anbetung - der Heiligen und Märtyrer kamen als äussere Zeichen der Verehrung Kultbauten, Kapellen und Basiliken hinzu. Doch nicht nur eine Kapelle oder Kirche wurde unter die Obhut der Heiligen gestellt, sondern auch eine Stadt, eine Landschaft, eine Berufsgruppe, eine kirchliche Vereinigung. So verehrt R Petrus und Paulus als seine Patrone, Venedig den Evangelisten Markus, Kos und Damian wurden Patrone der Ä Christophorus der Patron der Autofahrer, Barbara Patronin der Bergleute, ria Goretti Patronin der Marianisch Kongregation, um nur einige zu nennen. Infolge des Missbrauchs der Heiligenverehrung im MA, z. B. der Reliquiensammlungen, lehnen die Kirchen der Reformation (Protestantismus) eine Heiligenverehrung ab, wobei sie die Existenz der Heiligen nie geleugnet haben. Es zeigt sich jedoch heute eine Wiederbelebung des Wissens um „communio sanctorum", die Gemeinschaft mit den verstorbenen Gläubigen, die bereits Anteil haben an der Herrlichkeit Christi. Eine Schlüsselrolle um eine Annäherung mit den seit der Reformationszeit getrennten Kirchen kommt in ner recht verstandenen Heiligenverehrung insbesondere der Gottesmutter Maria zu. Denn was für die Verehrung der Heiligen gilt, gilt ebenso für die Mutter Jesu, von der die Liturgiekonstitution sagt, dass bei der Feier des Jahreskreises der Mysterien Christi die heilige Kirche besonderer Liebe Maria verehrt, „die heilige Gottesgebärerin, die durch ein unzerreissbares Band mit dem Heilswerk ihres Sohnes verbunden ist. In ihr bewundert und preist sie die erhabenste Frucht Erlösung. In ihr schaut sie wie in ein - reinen Bilde mit Freuden an, was sie ga zu sein wünscht und hofft".
 


 

 

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