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Heilige Schrift(en) im Saktismus

Die heiligen Schriften der Saktas sind das Devi-Mahatmyam, das Devi-, Devibhagavata- und Kalika-Purana sowie eine grosse Zahl saktistischer Tantras.
Das Devi-Mahatmyam, auch Candi genannt, das die „Grösse der Göttin" verherrlicht und als eigener Abschnitt in das Markandeya-Purana aufgenommen wurde, ist der älteste umfangreichere Text der Sakti-Verehrung. Es schildert die grosse Göttin als Dämonen-Besiegerin und als Gnadenbringerin. Bis heute besitzt dieser Text die grösste Popularität, und seine blosse Rezitation wird schon als heilbringend betrachtet. Grosser Beliebtheit erfreut sich auch das Kalika-Purana, ein relativ später Text (11.-14. Jh.) aus Bengalen bzw. Assam, der den Saktismus in seiner vollen Entfaltung spiegelt. Devi- und Devibhagavata-Purana dagegen zeigen die Göttin noch mit Siva verbunden, wenn auch bereits im Zentrum der Verehrung stehend.
Die Zahl der kanonisch anerkannten Tantras schwankt zwischen 77 und 192. Diese Literatur ist noch ungenügend erforscht. Neben älteren Schriften enthält sie auch solche sehr rezenten Datums. Bekannt sind vor allem das Kaulajfiana-nirriaya-, Kubjikamata-, Kularnava-, Mahanirvapa-, Praparicasara-, Rudrayamala-, Tantraraja-, Vamakehvara-, Yamala- und Yogini-Tantra sowie Tantra-Anthologien wie die Sadhanamala. Die Tantras enthalten neben der Lehre von Wesen und Wirkungsweise der Göttin (Sakti) vom Aufbau des Kosmos zahlreiche Weisungen zum Ritual und zum individuellen Heilsweg. Charakteristisch für I teren ist der Einsatz von Wirkkräften, die in mystischen Silben ruhen. Da diese aller teriellen Existenz vorgeordnet sind und schöpferische Kräfte der Sakti darstellen wird die Kenntnis dieser Silben und Beherrschung ihrer Kräfte zu einem wesentlichen Aspekt des Heilsweges für nach Vollendung strebenden Adepten. Durch Samen-Mantras (bija-mantra) werden Manifestationen der Göttin symbolisiert, und aus Kombinationen von Silben werden Meditationsformeln (mantra) gebildet, deren Wirkung mit Hilfe der Göttin zu höheren Bewusstseinsstufen führen. Auch der Einsatz von Rauschtrank und Sexualität wird unter Kontrolle des Meisters zur Provokation ekstatischer Zustände eingesetzt.
 


 

 

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