eso-shopping Partnerprogramm
 
Web sphinx-suche.de
Moviestreaming, filmdownloads etc..  Bücher
Religionen
A-Ani   Ant-Az   B-Bo  Br-C   D-Ep  Er-Fe   Fr-Gl   Gn-Gz   H-He   He-Hz   IJ   K
 L-Men  Mes-N   OPQ   R  S-Schu   Schu-Sz  Ta-Ti   To-Tz   U-Z
 

Heil/Heilsweg im Christentum (Befreiungstheologie)

1. Der Inhalt, der dem Wort Heil in der Sprache des christlichen Glaubens zukommt, ist dadurch bestimmt, dass Gott nicht nur Grund und Ziel des Menschen ist, sondern dass er in der Geschichte der Menschheit und jedes Menschen derjenige ist, der das Heil wirkt. Sosehr das dadurch selbst durch göttliche Qualität bestimmt ist, geht es Gott dabei aber um die erfüllende und vollendende Verwirklichung des Geschöpfs Mensch. Heil ist erst verwirklicht, wenn Menschen nicht selbst passiv bleiben und in einen göttlichen Bereich verfügt werden, sondern wenn das Heils-Ziel Bestandteil ihrer eigenen letzten wirksamen Liebe geworden ist. Entsprechend der welthaften Personalität des Menschen umfasst das sowohl die Freiheit des Menschen als seine in ihm wirksame Verfügung über sich selbst wie auch den einzig mögliche Erweis der Wahrheit dieser Wahl in der geschichtlich-leibhaftigen, weltwirksamen Gestaltung seines Lebens. Gleichgewichtig muss dazugedacht werden, dass es Gott gefiel, unbeschadet der Gottunmittelbarkeit jedes einzelnen, „die Menschen nicht einzeln, unabhängig von aller wechselseitigen Verbindung zu heiligen und zu retten, sondern zu einem Volk zu machen, das ihn in Wahrheit anerkennen und ihm in Heiligkeit dienen soll". In der biblischen Überlieferung wird das Heil schaffende Tun Gottes bevorzugt unter dem Aspekt des „Rettens" vor Augen geführt. (Das im Deutschen mit „Heil", aber auch teilweise mit „Rettung" übersetzte . bibl. Wort geht sowohl im Hebräischen wie im Griechischen auf eine Wortwurzel zurück, der „retten" als Bedeutung zugrunde liegt.) Dass Gott „Retter" ist, ist schon die Glaubenserfahrung der Patriarchenreligion; erst recht prägt sie das Gottesverhältnis der Exodusstämme: Befreiung aus ägyptischer Knechtschaft = Erlösung bleibt sowohl als Heils-Tat am Anfang wie auch als Grundmuster wach. Wenn Gottes Erwählung und Einsatz jedoch ein Bundesvolk zum Ziel hat, das ihm in seiner Lebensform entsprechen soll, sein Volk also ist, so lernen die Gläubigen des Bundesvolkes eine neue, spezifische Form von Not kennen, aus der Gott retten muss: die Überwindung der Fremdheit zwischen Volk und Gott, der „Sünde". Dass die Sünde die eigentliche Unheilsmacht ist, an der Verheissung und Hoffnung endgültig scheitern können, wird schon alttestamentlicvh grundgelegt. Die Alternative heisst: Gott lieben mit ganzem Herzen ... . Gottes rettende Tat gegenüber dem Betroffensein von der Sünde als totalem Unheil heisst Vergebung und Neuschaffen des Menschen von seinem Herzen her (Jer 31,31-34; Ez 36,25-28).

2. Gottes Selbsteinsatz in der Entzweiungsgeschichte von Menschheit und Gott erfährt eine eschatologische, unüberbietbare Neuqualifikation im Kommen, im Leben und in der Erhöhung Jesu Christi. Was die christl. Gemeinde von Anfang an wusste, dass nämlich „in keinem anderen das Heil zu finden ist", ist darin begründet, dass Gott in ihm seinen Sohn gegeben hat. Er gibt in ihm nicht weniger als sich selbst. Jesus Christus als der Sohn kann uns den Vater schenken. Er tut es zu unseren Gunsten und steht an unserer Stelle - unsere Sündennot als Trennung von Gott wirklich erreichend und überwindend. Die Entfaltung dieses Grundmotivs muss versuchen, den ganzen Christus als Person - dass er wahrer Gott und wahrer Mensch ist - und das ganze Christusereignis zur Sprache zu bringen: dass er als Sohn ins volle Menschsein kommt; dass er als Sohn Gottes ganz menschlich lebt und uns in allem ausser der Sünde gleich wurde; dass er aus Liebe zu Gott und uns der Diener aller wurde. Das kennzeichnet auch zutiefst seinen Kreuzestod: In ihm wurde er von Gott für alle angenommen und, selbst auferweckt, in eschatologischer Gegenwart zurückgeschenkt. Als Erhöhter zieht er alle an sich, um sie dem Vater zuzuführen.

3. Von den vielen Versuchen her, die Heils-Wirkung dieses Christusgeschehens zu benennen, sind folgende zentrale Aspekte theologiegeschichtlich besonders wirksam geworden: Gott wird Mensch, damit der Mensch wahrhaft Gemeinschaft mit Gott hat (Inkarnationsmotiv, Communio-Aspekt, heiliger Tausch); der Sohn ist der Versöhner, der die Kluft überwindet, weil er ganz auf seiten des Vaters und ganz auf seiten der Menschen steht (Rekonziliation); Gott selbst ist es, der sich in Selbstentäusserung und zugleich Mitteilung mit seinem eigenen Leben einsetzt, um seine neuschaffende Liebe in der Welt sein zu lassen, die auch dem Geschöpf zu eigen und fruchtbar wird und als neue Schöpfung Gott und dem Geschöpf zugleich erwiesenermassen recht gibt (Formen der Stellvertretungs-, Genugtuungs- und Rechtfertigungslehre). Diese Aspekte sind weniger sich ergänzende Teile als kongruenter Tatbestand unter verschiedenem Blickwinkel: Christus ist der einzige Heils-Weg: von Gott her zu uns und als unser Weg zu Gott. Das alles macht deutlich, dass im Christentum der Weg des Heils zur zentralen Grösse wird und zum Licht, das auch das Ziel erst anvisierbar macht. Dem entspricht, dass der Mittler „wesenseins" mit dem Vater ist und auch eschatologisch in der offenen und bleibenden Gottesherrschaft seine Bedeutung behält, sofern das Heils-Ziel darin besteht, in der Gemeinschaft des Reiches Gottes mit dem und durch den Sohn dem Vater zu gehören.

4.Die rechtfertigende Verbindung (Communio) mit Christus hat in der christlichen Heils-Lehre eine weitere Dimension, die im Heils-Geschehen von Anfang an gleichgewichtig mitwirkt: das Wirken des Geistes, der schon die Gemeinschaft von Vater und Sohn als Liebe ist. Ihm ist zu danken, dass das von Christus gewirkte Heil, das dieser ohne uns und ausserhalb unser selbst allein vollbrachte, uns zu eigen werden kann, von uns glaubend aufgenommen, ihm frei zustimmend und in seiner Kraft Frucht bringend in Werken der Liebe und Gerechtigkeit. Als Geist des Vaters und des Sohnes in uns lässt er uns wahrhaft Geschwister Christi sein als je einzeln wichtige Glieder der Heils-Gemeinschaft des ganzen Volkes Gottes. Wo Menschen dieses Heil von Christus her annehmen und sich von ihm prägen lassen, danken sie es dem Geist, der die durch den Sündenzustand der Welt und die eigene Sünde gebundene, dadurch verängstigte und egoistisch in sich verschlossene Freiheit zur Liebe befreit hat. So bleibt die Gnade des Heils nicht ausserhalb des Menschen, sondern wandelt ihn in seinem innersten Wesen, weil sie ihn wirklich frei macht, mit Christus Kind Gottes und Geschwister untereinander zu sein.

5.Der Weg zum bewussten Mitleben mit Christus verläuft in der Glaubensgemeinschaft Kirche. Sie ist eine sakramentale Gemeinschaft, denn nur Christus kann sich durch seinen Geist selbst leibhaft schenken und die Gemeinschaft selbst in seinem eigenen Leib einen. Die bewusste Teilhabe an der Christusgemeinschaft dient jedoch nicht nur dem eigenen Heil, sondern Kirche ist Zeichen Christi in der Welt, das er als Werkzeug nimmt, für die Einigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit. Verdanken wir alle wirkliche Liebe in der von der Sünde gestörten Welt der Gnade, so bleibt die Wahl, sich vor dem von Gott angebotenen Heil zu verschliessen, schwer verständlich, ist aber als Möglichkeit nicht zu bestreiten, weil sie auch im Christenleben geschieht: Sünde bedroht verschliessen. In diesem Sinn gilt die Mahnung des Paulus: „Müht euch Furcht und Zittern um euer Heil".

6.Die das Heil in und durch Christus schlimmste von innen her bedrohende Auflösung ist das Festhalten an Selbstgerechtigkeit, wenn sie von einem geschieht, der bewusst Christ war. Glauben heisst nämlich begreifen, dass wir unser ganz Christus und seinem Geist verdanken. Pochen auf Selbstrechtfertigung schliesst uns nicht nur von Christus aus, sondern setzt auch, soweit es auf uns ankommt, dem Heil Schranken in unsere Welt. Durch Paulus ist die Lehre von der Rechtfertigung allein aus Gnade, nicht aufgrund von „Werken des Gesetzes" mit dem Anspruch nämlich, ohne die Loslösung, aus eigener Kraft heraus recht vor Gott zu haben -, ein Bestandteil der christlichen Heils-Lehre geworden. Wenn die Auseinandersetzung über die Rechtfertigungslehre in der Reformationszeit Grund zur Kirchentrennung gab, erscheinen die Positionen im erneuten Rückgriff auf Schrift und Überlieferung beider Kirchen aufeinanderhin aufschliessbar.

7.Zur Unterscheidung von anderen Heils-Vorstellungen sei noch einmal hervor gehoben, dass im christlichen Glauben der geschichtlichen Lebenszeit des Menschen eine hohe Heils-Bedeutung zukommt, dass dem aber auch der Selbsteinsatz Gottes entspricht. Der geschichtliche Charakter kommt da zum Ausdruck, dass dem Menschen Seele und Leib die Verheissung des Heils gilt; der universale Charakter, weil das Heil des einzelnen in der gemeinsamen Heils-Geschichte aller eingebunden ist und, sofern es um leibhafte Menschen geht, eine neue Schöpfung über den Tod hinaus mit umfasst, wenn auch über deren Zuständlichkeiten nichts zu sagen ist, als dass es die Welt der offenen Gottesherrschaft sein wird. Sosehr die christliche Heils-Lehre die Herrlichkeit und Liebe Gottes als Rettung, nämlich Erlösung aus Sünde und dem durch sie erst letztlich bedrohlichen Tod, verküdet zu erschaffen und sie in ihrer Lebenszeit durch seine ungeschuldete Selbstmitteilung zum endgültigen Heil zu führen.
 


 

 

Hauptseite

Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung

Beste Bücher online einkaufen

Beste Internetadressen   Multimedia   Kunst   Zukunftsdeutung & Astrologie   Esoterik & New Age   Traumdeutung

Magie & Märchen & Mystik   Grenzwissenschaften   Hexenwesen   Dunkles im Netz   Parapsychologie & Okkultismus etc.

         Religion & Spiritualität   Alte Kulturen   UFO`s & Phänomene   Meditation, Licht, Fortleben

Heilmethoden, -therapien, Wellness   Aus-, Weiterbildung & Organisationen

Esoterisch-spirituelle Lexika   Lexikon der Parapsychologie   Lexikon der Esoterik