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Gottesreich im Neuen Testament |
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Am häufigsten begegnet
das „Reich Gottes" bei den Synoptikern, wo es den zentralen Begriff der
Verkündigung Jesu darstellt. Wie in der prophetisch-apokalyptischen
Tradition ist die „Gottesherrschaft" auch für Jesus eine eschatologische
Grösse. Ihre (baldige) Verwirklichung ist allein Sache Gottes. Der Mensch kann um ihr Kommen nur beten. Jesus
wendet sich mit seiner Botschaft zunächst an Israel, das er im Duktus deuteronomistisch-apokalyptischer Überlieferung und in Überein-stimmung mit
Johannes dem Täufer als sündig ansieht. Wenn Jesus dennoch
Israel die Nähe der Gottesherrschaft ansagt, dann
setzt dies ein neues (eschatologisches) Erwählungshandeln Gottes an Israel
voraus. Die Gottesherrschaft ist für Jesus demnach ein Geschehen, dessen
volle Verwirklichung zwar noch aussteht, das sich aber jetzt schon - im
Wirken Jesu - ereignet. Insbesondere durch Gleichnisse will Jesus seine
Zuhörer in dieses Geschehen hineinziehen. Die Ostererfahrung führt zu einer Ausdehnung der
Heilsverkündigung auf die Heidenvölker und damit zur Sammlung des
eschatologischen Gottesvolkes aus Juden und Heiden (Kirche). Zunächst kommt
es auch zu einer Intensivierung der Naherwartung, die jedoch bald zugunsten
des Gedankens von der Präsenz des Reiches Gottes im Wirken Jesu bzw. im
missionarischen Verkündigen der Kirche zurückgedrängt wird. Das Mt-Ev. hebt
stärker den Forderungscharakter des „Himmelreiches", d.h. die als
Einlassbedingung verlangte grössere „Gerechtigkeit", hervor. Ausserhalb der
Synoptiker spielt der Begriff des Gottesreiches nur eine untergeordnete
Rolle (im Joh-Ev. nur: 3,3.5). In der Briefliteratur bezeichnet „Reich
Gottes" meist den eschatologischen Heilszustand, zu dem die Christen berufen
sind (1 Thess 2,12), bzw. das eschatologische Heilsgut, das man nach
entsprechendem Wandel „erben" wird. Die Diskontinuität zu den Normen und
Gegebenheiten dieser Welt wird in 1 Kor 4,20; 15,50; Röm 14,17
herausgestellt. Obwohl Reich Gottes und Reich Christi auch parallelisiert
werden können (Eph 5,5; Offb 11,15), sind die beiden Begriffe nicht synonym.
Mit der Vorstellung vom Reich Christi verbinden sich zudem recht
unterschiedliche Inhalte: das messianische Zwischenreich, die Welt als
Herrschaftsbereich des Menschensohnes (Mt 13,41), die bei der Parusie in
Erscheinung tretende Herrschaft Christi, der gegenwärtige Herrschaftsbereich
Christi im Gegensatz zur Welt (Joh 18,36), der himmlische Bereich des Heils,
in den die Gläubigen schon hineinversetzt sind (Kol 1,13) bzw. noch werden |
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