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Gotteserkenntnis und Gottesfrage - Fragegrund |
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Zu den grössten Fragen
der Menschheit gehört die des Gellert-Lieds von Beethoven, „ob ein Gott
sei". Entwicklungsgeschichtlich gesehen, hat das damit zu tun, dass sich das
„Mängelwesen" Mensch nur durch kompensatorische Akte des Geistes in seiner
unwirklichen Umwelt behaupten konnte, dabei jedoch im Bewusstsein seiner
Unzulänglichkeit auf Hilfen „von oben" angewiesen sah, so unbestimmt dieses
numinose „Oben" zunächst auch bleiben mochte. Mit Recht erblickt daher die
moderne Religionsphilosophie Kern Sinn des Religiösen im Verlangen des
Menschen nach „Kontingenzbewegung". In philosophischer Sicht besagt das,
dass zur Paradoxie des Menschseins gehört, dass es, ungeachtet seiner
allseitigen Bedingtheit nur im Unbedingten Genüge findet. Der Mensch braucht
das Absolute, um die Relativität seines kontingenten Daseins aushalten und
bestehen zu können. Nicht zuletzt ist es diesem Antrieb zuzuschreiben, dass
sich der Begriff des Göttlichen aus der Unbestimmtheit des in der
Weltentiefe gesuchten Numinosen zum Pluralismus des Götterhimmels und
schliesslich zur Eindeutigkeit des personalen Gottes-Glaubens klärte. So ist
es die sich dem Menschen mit seiner Existenz stellende Frage, die Frage
also, die er nicht so sehr stellt als vielmehr ist, die als letzter
Beweggrund der Gottes-Frage zu gelten hat. |
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