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Gott im Islam

Im Islam heisst der Gottes-Name Allah. Er ist zusammengesetzt aus den Wörtern al-lah und hat die Bedeutung: der Gott. Die wichtigste Aussage über Gott ist der erste Satz der Shahabda bzw. des Glaubensbekenntnisses: „Es gibt keinen Gott ausser Gott." Die arabische Formel „la ilaha illa-lah" macht deutlich, dass es sich hier um eine Tautologie handelt. Grundsätzlich ist eine genauere Definition Gottes nach menschlichen Massstäben nicht möglich, da der Koran, in dessen Worten sich Gott offenbart hat, ausdrücklich bezeugt, dass kein Ding ihm gleich ist. Sowohl der Name als auch die Begriffsbestimmung stammen aus der dem Koran vorangegangenen Tradition von Judentum und Christentum. Bereits im schema' (Dtn 6,4) wird die uneingeschränkte Einzigartigkeit Gottes bezeugt. In 1 Kor 8,4 bezeugt Paulus, dass es keine Götzen gibt in der Welt und keinen Gott ausser dem Einen. Im Koran ist es vor allem Sure 112, die die kompromisslose Einzigartigkeit Gottes bezeugt. Diese Sure beschreibt Gott als den souveränen Herrscher, der weder Kinder gezeugt hat noch selber gezeugt worden ist. In dieser Aussage zeigt sich der polemische Charakter des islamischen Monotheismus. Muhammad hat seine Predigt vornehmlich gegen den Polytheismus des arabischen Heidentums gerichtet. Aber auch der christliche Glaube an Gott den Vater und an seinen Sohn Jesus wird angegriffen.
Der Koran führt zur Begriffsbestimmung Gottes die sog. „99 schönsten Namen" auf, die in unterschiedlichen Formen seine Eigenschaften beschreiben. Da der islamische Glaube die Ewigkeit und Präexistenz des Korans bezeugt, haben alle 99 Namen theoretisch den gleichen Wert. Dennoch lassen sich einige Hauptcharakterzüge klar hervorheben. Der Koran betont, dass Gott der allmächtige Schöpfer von Himmel und Erde ist, und es gibt keinen anderen Schöpfer als ihn. Zum anderen ist er auch der allmächtige Richter in diesem Leben und im Jenseits. Er vergibt und straft, wen er will. Diese beiden Haupteigenschaften erheben die Frage nach dem Verhältnis seiner Gerechtigkeit zu seiner Barmherzigkeit. Alle Suren im Koran (mit Ausnahme von Sure 9) fangen mit der Formel an: „Im Namen Allahs, des barmherzigen Erbarmers." Zusätzlich ist zu erwähnen, dass fast jeder dritte Vers des Korans die göttliche Gerechtigkeit in Erinnerung ruft. Betrachtet man die beiden Eigenschaften im Zusammenhang, so stellt sich heraus, dass im Kontext der koranischen Abschnitte das Angebot der Barmherzigkeit und Vergebung auf der Kehrseite immer von der Androhung einer Bestrafung und letzten Endes des Höllenfeuers begleitet wird für diejenigen, die ungeachtet der wiederholten prophetischen Warnungen andere Götter als Gott verehren.
Im allg. kann man jedoch aus den koranischen Texten ablesen, dass Gerechtigkeit und Barmherzigkeit die Belohnung der Guten und an den einzigen Gott Glaubenden und die Bestrafung der Bösen und Götzendiener zur Folge haben. Tatsächlich besagen die koranischen Texte, dass Gottes Erbarmen, seine Vergebung und Liebe nur denjenigen zugute kommen, die an ihn glauben und nach seinen Gesetzen richtig handeln. Dies bedeutet aber nicht, dass, wie das erste theologische System der Mu`tazila behauptet hat, Gott der Gott der Gerechtigkeit sei. Hier hat die spätere Orthodoxie eine Korrektur vorgenommen und behauptet, dass auch Gerechtigkeit und Erbarmen Gottes seiner unergründlichen Allmacht unterworfen sind.
 


 

 

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