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Gott im Advaita Vedanta (Non-Dualismus) |
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Die in den Upanisaden
auftretende und in vielen Variationen vorgestellte Vision der Einheit von
Atman und Brahman, von individuellem Selbst und dem unvergänglichen Selbst
des Universums, schafft nicht nur eine neue Erlösungslehre, sondern sie
führt allmählich zur Bildung einer neuen, apersonalen Gottes-Vorstellung,
die von der vedischen deutlich abweicht. Mit Sankara, der nach der Tradition
von 788-820 n. Chr. oder, neueren westlichen Forschern zufolge, ca. 100
Jahre früher lebte, erreicht der monistische Gedanke seinen Höhepunkt und
wird von da an ein bestimmender Faktor in der indischen Religionsgeschichte.
Nach Sankaras Lehre kommt wahres Sein nur dem mit Atman identischen Brahman
zu. Dieses ist allgegenwärtig und alldurchdringend, ohne Anfang und Ende,
ewig und unvergänglich und jenseits jeglicher anthropomorpher Konzeption.
Menschliche Sprache kann es nicht erfassen, da es ausserhalb unserer durch
Vielheit geprägten Wahrnehmung und Denkstruktur liegt. Daher bietet die
negative Theologie die einzige adäquate Annäherungsmöglichkeit. Affirmativ
aussagen lässt sich nur, dass Brahman/Atman absolutes Sein, reines,
unqualifiziertes Bewusstsein und Glückseligkeit ist. Die Welt der
Erscheinungen hingegen ist ein Produkt der zu Maya, der Illusion, einer
durch Nichtwissen wirkenden Kraft, welche die Welt als Vielheit in
Erscheinung treten lässt und ihre fundamentale Einheit im unveränderlich
verharrenden Sein verhüllt. Das Ergebnis ist eine niedere weltliche
Realität, die im Vergleich zum reinen Sein der höchsten Realität nur Schein
ist. Auf dieser niederen, durch Nichtwissen gekennzeichneten Ebene haben
auch die Götter und Dämonen der vedischen Religion und alle anderen
Religionen ihren Platz. Die Götterverehrung kann zwar für vorbereitende
Schritte innerer Läuterung nützlich sein, sie führt aber nicht zur Erlösung,
die einzig durch existentielle Erkenntnis des Absoluten (Brahman) und seiner
Identität mit dem individuellen Selbst aller Wesen (Atman) erlangt wird. |
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