| Religionen |
| A-Ani Ant-Az B-Bo Br-C D-Ep Er-Fe Fr-Gl Gn-Gz H-He He-Hz IJ K |
| L-Men Mes-N OPQ R S-Schu Schu-Sz Ta-Ti To-Tz U-Z |
|
Gnade - christlich |
|
Die ganze
neutestamentliche Verkündigung lebt aus der Überzeugung, dass in Jesus von
Nazaret, dem Christus/Messias, die Gnade Gottes leibhaftig erschienen und
der Welt bleibend eingestiftet ist. In ihm, dem menschgewordenen Wort
Gottes, hat Gott sich selbst ganz ausgesagt und der Welt und Menschheit
unüberbietbar als ihr Heil zugesagt. Als der inkarnierte ewige Logos ist er
die personhafte, verleiblichte Gnade und Bundestreue Gottes (Joh 1, 14.17),
der Bund Gottes mit den Menschen in Person. Deshalb vermag er „aus seiner
Fülle" auch „Gnade über Gnade" auszuspenden (Joh 1,16). In ihm sind alle
Verheissungen Gottes „Ja und Amen" geworden (2 Kor 1,19 f.), d. h. die
Bundestreue (=Gnade) Gottes ist in ihm unzerstörbar und unüberbietbar
festgemacht, weshalb er auch selbst „Amen", der Wahr-Treue, heisst (Offb
3,14; 19,11). Gnade ist also im Neuen Testament unlösbar an die Person Jesu
Christi, des menschgewordenen Gottessohnes, gebunden. In ihm hat sie ihr
raumzeitliches Zeichen, ihre geschichtliche Greifbarkeit und Konkretheit. In
ihm ist Gottes Selbstmitteilung (=Gnade) zugleich (von Gott her)
geschichtlich real gesetzt und (vom Menschen, der menschlichen Wirklichkeit
Jesu Christi, her) angenommen und so wirklich, d. h. auch geschichtlich da.
Die Bindung an Jesus Christus schliesst (bei aller Neuheit) die Kontinuität
zum geschichtlichen Gnaden-Heilshandeln Gottes (Jahwes) in der Vergangenheit
ein. (Hier wäre im einzelnen darauf zu reflektieren, dass die Kategorien
„alt" und „neu" schon inner-alttestamentliche, z. B. Jes 43, 18 f., Jer
31,31, und frühjüdische, nicht erst christliche Kategorien sind). Diese
Kontinuität, die das ganze Neue Testament durch die Verkündigung des Gottes
Israels als Vater Jesu Christi und die Paulus durch das Schema Verheissung -
Erfüllung (Bestätigung) zum Ausdruck bringt, wird im Johannesevangelium
durch die „Ich bin"-Worte Jesu (z. B. J 8,24.28; 13,19) in Anknüpfung an die
Offenbarungsformel: „Ich bin Jahwe“ akzentuiert. In Jesus dem personhaften,
gleichwesentlichen Wort des Vaters (Joh 1,1; 10,30), ist Gottes Zuwendung,
sein Dasein-für-uns eschatologisch endgültig offenbar geworden. Ihre
letztmögliche Aufgipfelung reicht die in Jesus leibhaftig da-seiende
Bundestreue Gottes in Jesu Märtyrertod am Kreuz für „die Sünde der Welt" (Joh
1, 29). Das ist nicht mehr steigerungsfähige Überbietung des in der
vergangenen Geschichte erwiesenen göttlichen Erbarmens, schlechthinniger
Liebesbeweis Gottes (Joh 3,16; Röm 5, 8; 8, durch den er in der Hingabe
seines Sohnes seine Gerechtigkeit dadurch erweist, dass er jeden „gerecht
macht, der an Jesus glaubt" (Röm 3, 26). Gnade ist Rechtfertigung des
Sünders, ja universale Erlösung. Die klass. Stelle Röm 3,21-26 deckt nahezu
das ganze Vorstellungsfeld von Gnade und bzw. Gnade als Rechtfertigung ab:
Der unterschiedslosen Allgemeinheit der Erlösungsbedürftigkeit entspricht
die universale Geltung der Erlösung; die Rechtfertigung geschieht
geschenkweise, ohne Verdienst, aufgrund der Erlösung durch Jesus Christus;
sie erfordert auf seiten des Menschen, des Sünders, Glauben, der dennoch
kein autonomes Werk des Menschen, sondern selbst von der Gnade getragen ist,
weil sonst das „aus Gnade" illusorisch wäre; Rechtfertigung bedeutet die
Wiedereinsetzung des Sünders in das bundesgemässe Verhältnis. Der Begriff
„Gerechtigkeit Gottes" ist ein theol. Verhältnisbegriff im Umkreis der
Bundestheologie, steht hier als Inbegriff des ganzen
Rechtfertigungsvorganges und meint insbesondere das eschatologische
Heilsband Gottes im Kreuz Jesu Christi. In diesem vom Menschen her
unverdienten und unverdienbaren Gnaden-Handeln Gottes erweist sich Gott als
der den Glaubenden gerecht machende Richter. Als Wiedereinsetzung in das
bundesgemässe Verhältnis ist die Rechtfertigung kein dem Menschen äusserlich
bleibender, bloss forensischer Vorgang, sondern eine ihn innerlich
betreffende Wirklichkeit. Sie wird im Neuen Testament positiv beschrieben
als Heiligung (1 Kor 6,11), als Gotteskindschaft (Röm 8,15 f.; Gal 3, 26;
4,6; 1 Joh 3,1), als ewiges Leben in Christus (Röm 6, 23), als
Gleichgestaltung mit Christus (Röm 8,29; Gal 2,20), als „In-Christus-Sein" (Röm
8,1 u.ö.), als Neuschöpfung in Christus (2 Kor 5, 17). Gnade ist somit -
zusammenfassend - die personale Zuwendung und Selbstmitteilung des
Heil-schaffenden, Heil-gewährenden Gottes, die sich in einzigartiger Weise
in der Rechtfertigung des Sünders offenbart (Röm 8,31 ff.), die zugleich als
Liebe des Kyrios Christus erfahren wird (2 Kor 8,9), in dem alle Gnade
geschenkt ist (vgl. Röm 5,15-17; Eph 1,6f.). Deshalb kann Paulus auch von
der Gnade Jesu Christi sprechen, wenn von der Gnade Gottes die Rede ist,
weil sie in Jesus Christus unüberbietbar erschienen ist. Der Gnaden-Wille
Gottes bleibt an Christus gebunden, der nicht nur das Urbild der Gnade und
nicht nur der Offenbarungsort der Gnade, sondern auch ihr bleibendes Subjekt
und ihr Geber ist. Die Gemeinschaft mit Christus und durch ihn mit Gott wird
in das Leben des einzelnen Glaubenden durch den Geist, das Pneuma Christi
eingestiftet. Durch den Geist, der zugleich der Geist Gottes und der Geist
Christi ist (Röm 8,9), vermittelt sich Christus seit seiner Erhöhung in die
Existenz des Gläubigen und schafft hier Leben und Freiheit (2 Kor 3,17 f.).
Diese handelnde Gegenwart Christi im Inneren des Menschen ist der
Gnaden-Erweis Gottes und Ausdruck seiner Liebe (Röm 5,5). In der
Wirklichkeit der gnadenhaften Lebensgemeinschaft mit Gott kommt den
Glaubenden alle Gnade nur zu durch Christus im HI. Geist (Eph 2,18). Diese
trinitarische Struktur der Gnade ist zugleich die „Strukturformel" der
christl. Existenz. Es ist ein Verdienst des Paulus, dass er die christl.
Existenz aus der Gemeinschaft mit Christus in der Taufe gedeutet und die
darin geschenkte Gnade als Berufung und Befähigung zu sittlichem und
apostolischem Dienst ausgelegt hat. |
Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung
Beste Internetadressen Multimedia Kunst Zukunftsdeutung & Astrologie Esoterik & New Age Traumdeutung
Magie & Märchen & Mystik Grenzwissenschaften Hexenwesen Dunkles im Netz Parapsychologie & Okkultismus etc.
Religion & Spiritualität Alte Kulturen UFO`s & Phänomene Meditation, Licht, Fortleben
Heilmethoden, -therapien, Wellness Aus-, Weiterbildung & Organisationen
Esoterisch-spirituelle Lexika Lexikon der Parapsychologie Lexikon der Esoterik