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Glaube(n) - sprachlich |
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Glaube ist religiöser
Ausdruck des fundamentalen menschlichen Grundverhältnisses zu Gott bzw. zum
Göttlichen. Sprach- bzw. begriffsgeschichtlich zeigt sich jedoch, dass das
Verb „glauben" kein eindeutig religiöser Grundbegriff ist. Im deutschen
Begriffsfeld geht es vorchristlich sowohl um das freundschaftliche,
vertrauensvolle Verhältnis von Mensch zu Mensch wie von Mensch zu Gott.
Unter christlichem Einfluss bezeichnet „glauben" einmal die radikale
Vertrauenshaltung des Menschen Gott, seiner Allmacht, Gerechtigkeit und
Gnade gegenüber, aus der aber dann im Hinblick auf seine Wahrheit ein Fürwahrhalten dessen wird, was Gott offenbarend mitteilt. Wo Gottes
Offenbarung aber vorrangig informationstheoretisch verstanden wird und als
ein höheres Wissen in Konkurrenz zur mit Hilfe der menschlichen Vernunft
erlangten Erkenntnis tritt, ergibt sich ein wachsendes Konkurrenzverhältnis
zwischen Glaube und Wissen. Die neuzeitliche Profanisierung dieses
Verhältnisses hat aufgrund der unterschiedlichen Gewissheitsgrade der
Glaubwürdigkeitsbegründung das Glaubensverständnis bis zu einer rein
gefühlsmässigen Reaktion im Sinne von Vermutung, Meinung, Verdacht
ausgedünnt. Tatsächlich finden sich im dt. Glaube/glauben heute
ununterschieden eine Fülle von Bedeutungsinhalten zusammen, für die im
Latein so verschiedene Begriffe wie credere, fides, fidelis, dann putare,
opinari u. a. oder im Engl. belief und faith zur Verfügung stehen. Bei der
Verwendung von Glaube/glauben ist jedenfalls nicht nur im allg., sondern
auch im rel. Sprachgebrauch auf die konkrete Bedeutung der Begriffe zu
achten. Grundlegend ist für den jüd.-christl. Bereich die im prononcierten „Amen"-Sagen
zutage tretende absolute, worthaft-tathafte Hinordnung des ganzen Menschen
auf den in der Geschichte sich worthaft-tathaft, d. h. personal mitteilenden
Gott. Glaube ist in seinem Grund ein interpersonal-dialogisches Geschehen,
das auch da noch wirksam bleiben muss, wo Glaube im Sinne eines
Fürwahrhaltens von Glaubens-Wahrheiten bzw. eines worthaften
Glaubens-Bekenntnisses konkret Gestalt findet. Noch nicht hinreichend
geklärt ist, ob und wieweit in der rel.- wiss. Frage nach dem Glauben in
anderen Religionen das christl. Glaubens-Verständnis als Vorgabe und
Massstab dient. Zweifellos hat aber die Beschreibung der religiösen
Antworthaltung als Glaube in jüd.-christl. Religiosität zur Entdeckung von
expliziter und impliziter Glaubens-Haltung in anderen Religionen
beigetragen. |
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