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Glaube(n) - islamisch

Der Glaube ist die Mitte des Islam und die Grundhaltung des Muslim. Der Koran stellt fest, dass jeder Mensch die angeborenen Anlagen zum Glauben an Gott und zum Gehorsam gegen seinen Willen besitzt. In seinem Wesen ist der Glaube Zeugnis für die Wahrheit Gottes und Bestätigung seiner Einzigkeit, somit ist er die Bekräftigung des Urzeugnisses und der Urverpflichtung der Menschen, die auf die Uroffenbarung gefolgt sind und die jeder Prophet den vergesslichen Menschen in Erinnerung zu rufen hat.
Der Unglaube bzw. der Abfall vom Glauben macht die Werke des Menschen wertlos (33,19; 7,147). Er führt daher zum Verderben und zur Höllenstrafe (2,217: 47,34 usw.), denn er stellt den Sünder ausserhalb des Bereichs der Barmherzigkeit Gottes und verurteilt ihn dadurch zur ewigen Verdammnis. In sehr ernsten Sätzen, die an den dramatischen Text des Hebräerbriefs 6,4-8; 10,26-31 erinnern, ermahnt der Koran diejenigen, deren Glaube gefährdet ist, und malt ihnen das Schicksal der Abtrünnigen aus: „Die Vergeltung für sie ist, dass der Fluch Gottes und der Engel und der Menschen allesamt über sie kommt. Sie werden darin ewig weilen. Ihnen wird die Pein nicht erleichtert, und ihnen wird kein Aufschub gewährt ..." (3, 87-88; vgl. 3,91).
Da das Bekenntnis zum islamischen Glauben die Zugehörigkeit zur politischen Gemeinschaft begründet, wird der Abfall vom Glauben nicht nur als die schwerste Sünde angesehen, sondern auch als eine Aufkündigung der Zugehörigkeit zum Islam, als ein Angriff auf den Bestand der Gemeinschaft bewertet und folglich nach den Bestimmungen der Rechtstradition mit der Todesstrafe geahndet. Fällig wird jedoch diese höchste Strafe, wenn eindeutig und zweifelsfrei festgestellt wird, dass eine Apostasie vorliegt.
Wenn der Unglaube das Leben und die Werke des Menschen wertlos macht, so verleiht der Glaube den Muslimen die Zuversicht, Gott zu gefallen. Zwar muss sich der Gläubige im Alltag bewähren, aber auch wenn sein Leben den Anforderungen seines Glaubens nicht entspricht, so kann sein böser Wandel dennoch seinen Glauben nicht auslöschen; seine Grundbindung an Gott bleibt erhalten, so die Meinung der orth. Theologen, und bringt ihm die Garantie dafür, dass er letztendlich der göttlichen Strafe doch entrinnen und ins Paradies eingelassen werden wird. Seinen Glauben muss aber der Muslim bekennen, das ist seine erste und wichtigste Pflicht. Die Kurzformel des islam. Glaubens-Bekenntnisses (Shahaela) lautet: „Ich bezeuge, es gibt keinen Gott ausser Gott, und Muhammad ist der Gesandte Gottes." Damit bekundet der Muslim seine Zugehörigkeit zur islam. Religion als Monotheismus und seine Bereitschaft, seinen Glauben und seinen Wandel nach der von Muhammad verkündeten Botschaft zu gestalten. Die Hauptinhalte des Glaubens werden im Koran angegeben: „Alle glauben an Gott, seine Engel, seine Bücher und seine Gesandten" (2,285). Wer diesen Glauben bekennt und seine Anforderungen erfüllt, erfüllt das, was das Wort islam bedeutet: die Ergebung in den Willen Gottes.
 


 

 

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