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Glaube(n) - ausserchristlich

a) Es ist nach dem Glauben zu fragen, der nach christlichem Verständnis zum Heil des Menschen erforderlich ist. Hier ist es einerseits Lehre der katholischen Kirche, dass „die Gerechtigkeit für alle, die glauben" (Röm 3,22), erlangt wird und dass es ohne Glauben unmöglich ist, Gott zu gefallen, andererseits aber, dass „Gott Menschen, die das Evangelium ohne ihre Schuld nicht kennen, auf Wegen, die er weiss, zum Glauben führen kann". Nach christlichem Selbstverständnis kann ein zum Heil erforderlicher Glaube implizit und anonym dort wirksam sein, wo der Mensch sich nicht in radikal-monologischer Selbstverschliessung und Egozentrik die eigene Sinnerfüllung zuspricht oder eine solche in radikalem Unglauben zurückweist, sondern wo er sein Heil in der Haltung grundsätzlicher Offenheit und Hörbereitschaft bzw. in einem dialogisch angelegten Urvertrauen auf ein unverfügbares Gegenüber bzw. einen Urgrund zu verwirklichen oder zu erlangen hofft. Was christlich als implizite Weisen einer gnadenhaft bewirkten Liebe oder Umkehr angesprochen wird und zu einem entsprechenden Verständnis der Zugehörigkeit zur Heilsgemeinschaft Christi führt, ist auch für den gnadenhaft bewirkten Glauben anzuwenden.

b) Sowohl aus den christl.-theol. Vorüberlegungen wie aus einer rel.-phänomenologisch vergleichenden Sicht ergibt sich, dass Glaube weder als Haltung des Urvertrauens auf Gott, das Numinose bzw. numinose Mächte noch als Fürwahrhalten und Überzeugtsein von religiöser Lehre real wie verbal im ausserchristlichen Raum fehlt. Glauben als dialogische Antworthaltung tritt vor allem dort in Erscheinung, wo Gott als personales Gegenüber des Menschen in den Blick kommt. Das ist im Fall des Christentums, des Judentums aber auch im Islam der Fall. Aus Übersetzung des göttlich-autoritativen Anspruchs in die menschliche Sprache ergibt sich auch in diesen Religionen als Glauben zu bezeichnendes Überzeugtsein von der Lehre. Ausdrücklich von gläubigem Vertrauen, nicht nur von Befolgung und Zustimmung zur Lehre ist aber auch in Religionen die Rede, die wie der Hinduismus im Hinblick auf die Personal oder Impersonalität des Göttlichen ambivalent sind oder wie der Buddhismus diese explizit ausschliessen. Dabei geht es dann keineswegs nur um besondere Formen wie die Bhakti-Frömmigkeit oder den Amida-Buddhismus. Im Buddhismus gehört der Glaube (in den verschiedenen Sprachen Übersetzung des Skt. sraddha) zum Einstieg in den religiösen Weg der Umkehr, Loslösung Reinigung, der den Menschen auf die Fährte der (Heils-)Erkenntnis setzt. Auch wenn dieses Glauben im Gegensatz zum jüd.-christl. objektlos und damit monologisch erscheint und den Menschen scheinbar an sein Inneres allein verweist, darf doch nicht übersehen werden, dass die endgültige Einheitserfahrung sich in der Aufhebung von Subjekt und Objekt ereignet. Wieweit das einen einseitigen, jeden Dialog verunmöglichenden Vorgriff bedeutet bzw. ob das buddh. Nicht-Ich bzw. die Selbst-Losigkeit in ihrem Wesen gerade keine monologisch-ungläubige Haltung markiert, sondern Loslassen und Offenheit, deren Erfüllung letztendlich dann auch nicht selbstgeschenkt ist, ist weiterhin zu prüfen. Eine weitere Vertiefung der Frage ergibt sich im Blick auf den Zusammenhang von Glaube und Gebet.


 

 

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