eso-shopping Partnerprogramm
 
Web sphinx-suche.de
Moviestreaming, filmdownloads etc..  Bücher
Religionen
A-Ani   Ant-Az   B-Bo  Br-C   D-Ep  Er-Fe   Fr-Gl   Gn-Gz   H-He   He-Hz   IJ   K
 L-Men  Mes-N   OPQ   R  S-Schu   Schu-Sz  Ta-Ti   To-Tz   U-Z
 

Germanische Religion

1. „Germanen" ist die Bezeichnung der Römer für eine bestimmte Gruppe von Völkerschaften (mit gemeinsamer Sprache und Kultur), die dem römischen Expansionsdrang im Norden eine definitive Schranke setzte. Lat. germani heisst: von gleicher Herkunft, echt, Geschwister; und das scheint lateinische Lehnprägung einer germanischen Selbstbezeichnung zu sein: sweboz (swe-bho- : Reflexivstamm), die noch im heutigen Wort „Schwaben" (und „Schweden" Swe-piup) weiterlebt und die Zusammengehörenden meint, die eigenen Leute (im Unterschied zu den Fremden).

2. Man mag die Religion der Germanen (soweit sie uns aus Quellen verschiedenster Art erschliessbar ist) als „Naturreligion" bezeichnen, falls man darunter eine Religionsform versteht, bei der die „übermenschlichen" Kräfte des natürlichen und sozialen Um- und Infeldes als personale Mächte erlebt werden - im Unterschied zur prophetischen Offenbarungsreligion (Zoroastrismus; Arier) oder mystischen Erlösungsreligion (Brahmanismus)

3. Odin / Wuotan ist als höchster Gott zugleich Kriegsgott (was der Einstufung des Krieges in der Skala germanischer „Werte" entspricht). Als Kriegsgott handelt er „a-moralisch", praktiziert Eidbruch und Lüge. Als Kriegsgott ist er ferner der Gott der Kampftoten und der (sie repräsentierenden) kriegerischen Männerbünde, der wöd (Wödanaz: Herr der wöd). Als Gott der Einweihung in den Männerbund wird er auch „Hängegott" geheissen: er selber hing 9 Nächte am windigen Baum (und erfand dabei magische Runen). Scheinhängen (Hängen bis zur Bewusstlosigkeit) induziert (im Rahmen initiatorischer Riten) visionär-ekstatische Bewusstseinserweiterung (Seelenexkursion, Okkultismus). Hieraus ergibt sich Odins weitere Funktion als Gott der Ekstase, der ekstatischen Dichtkunst, schamanistischen Zaubers. Als Anführer des Woutisheeres, des wütenden Heeres der Toten in den nächtlichen Winterstürmen, befördert er die Fruchtbarkeit.
- Tyr/Ziu ist Gott des Eides (bei dessen Ring im Tempel geschworen wird) und damit einzige „moralische" Gottheit im Pantheon (wie denn der Eid eine der wenigen Möglichkeiten eröffnete, zwischen Sippenfremden stabile soziale Bindungen zu knüpfen).
Thonar betätigt sich mit seiner unbändigen Kraft als Bekämpfer der Riesen, die Götter und Menschen bedrohen. Sein Hammer schlägt (im Kampf) Blitze und bewirkt dadurch Gewitterregen und Fruchtbarkeit.
- Freyr (fraujaz: der „Vordere", der Herr) wurde bes. in Schweden als Fruchtbarkeitsgott verehrt und hatte in Uppsala ein grosses Heiligtum, wo er mit riesigem Phallus dargestellt worden sein soll. Er galt als mythischer Urahn der Schwedenkönige.
- Nerthus erscheint bei den Nordgermanen als männliche, bei den Südgermanen als weibliche Fruchtbarkeitsgottheit (Terra mater). Vielleicht handelt sich um ein androgynes Gottwesen, in der Welt der Religion keine Seltenheit oder um Geschwister.
- Loki wird die Götterära am Weltende beschliessen (altisländ. luka: schliessen, beschliessen). Als Trickster bringt er seine Mitgötter immer wieder in Verlegenheit, hilft ihnen aber durch seine Schlauheit (im Kampf gegen die Riesen) auch immer wieder aus der Klemme. Sei schlimmster Streich: Er tötete Baldr (den „weissen" Gott) mit einer Mistel (Vorbotin des Winters). Zur Strafe fesselten ihn die Götter an einen Felsen, von dem er erst am Weltende loskommen wird, um Unheil über die Götter zu bringen (dasselbe Motiv in der altiran. Mythologie).
Frigg/Frija fungiert als Gemahlin Odins.
- Freyja (die „Herrin") lebt mit ihrem Bruder Freyr in Inzestehe. Als schmuckgierige Liebes-, Fruchtbarkeits- und Zaubergöttin unterhält sie zahllose Liebesaffären, ist bes. eng mit Odin liiert (mit dem sie sich auch in die Erfindung der Zauberkunst teilt).
- Die Nordgermanen unterscheiden zwei Göttergruppen: die Asen (ass verw. mit asura; Arier) und die Vanen, von denen die Vanen bes. mit der Fruchtbarkeit befasst sind (Njoror, Freyr Freyja). Vielleicht haben die zwei Götterklassen einen spezifischen sozio-kulturellen Hintergrund: Kriegerreligion (Asen), Bauernreligion (Vanen). Für verschiedene germanische Gottheiten (Odin, Freyr Nerthus) sind Menschenopfer bezeugt. Die Mythen von Weltentstehung und Weltende (kollektive Eschatologie) zeigen Gemeinsamkeiten mit denen der Indo-Iranier. Für die Urzeit: das Urvakuum (gap ginnunga), Bildung der Welt aus dem Körper eines getöteten Urriesen, Entstehung des ersten Menschenpaares aus zwei Pflanzen. Für die Endzeit (ragna rok: Götterschicksal; muspilli: Weltvernichtung): Einbruch eines schrecklichen Winters, Auflösung menschlicher Gemeinschaftsbande, Entfesselung des gefangenen Widersachers (Loki), der grosse Krieg zwischen den Göttern und ihren Feinden (Loki, Riesen), kosmische Katastrophen (Kataklysmus, Weltenbrand), Erneuerung der Schöpfung, die (alleinige) Herrschaft eines mächtigen Gottes (inn riki). - Götter wie Menschen sind nach dieser Anschauung einem unabwendbaren Schicksal unterworfen.

4. Die Riesen (altisländ. jotunn etunar: Fresser) bilden als Bewohner der Un-Welt draussen, der Utgard, eine ständige Bedrohung von Göttern und Menschen, verkörpern die Kräfte der Natur in ihrem zerstörerischen Aspekt. Weitere „übermenschliche" Wesenheiten, teils feindlicher, teils freundlicher, jedenfalls un-heimlicher Natur: Zwerge, Elfen, Wichte, Wasserwesen verschiedener Art. - Auch an sich selber erlebt der Mensch „übermenschliches" Wesen: Er kann Kräfte in wandelbarer Gestalt aus seinem schlafenden Körper ausfahren lassen, zum Schaden, auch zum Nutzen anderer (schamanistische Seelenexkursion). Er kann fremde Gestalt annehmen und als Tier umherstreifen (etwa als Werwolf: Mannwolf). Er kann sich durch bestimmte Techniken in Kampfekstase versetzen und in die unberechenbare Wildheit und Wut eines rasenden Bären verfallen (Praktik der Berserker, einer bündisch organisierten Elitetruppe). Er kann seiner eigenen Exkursionsseele in Gestalt einer Frau (fylgja) begegnen, die ihm den Tod ankündigt.
- Die nachtodliche Befindlichkeit (individuelle Eschatologie) richtet sich für germanische Vorstellung nicht primär nach moralisch-religiösem Verhalten im Diesseits, sondern nach Todesart, Geschlecht, sozialem Status: Wer im Meer ertrinkt, kommt zur Meeresgöttin Ran; wer an Alter oder Krankheit stirbt, zu Hel (in ein unterirdisches Totenreich); Jungfrauen zu Gefjon-Freyja; Knechte zu Thor (derjenige Knecht aber, der seinem Herrn freiwillig in den Tod nachfolgt, zu Odin). Die im Kampfe fallen, werden ins Gefolge Odins eingereiht: in Walhall (Gefallenenhalle) fechten sie zum Vergnügen als Einzelkämpfer gegeneinander, werden immer wieder heil und lebendig, halten Biergelage. Daneben besteht die Meinung, der Tote lebe im Grabe als „lebender Leichnam" weiter (von wo aus er gefährliche oder nützliche Aktivitäten entfalte) oder er werde in einem Verwandten (der seinen Namen trägt) wiedergeboren.

5. Von den germanischen Stämmen sind die Ostgermanen (die Westgoten) am frühesten christianisiert worden (4. Jh.: Bibelübersetzung des Bischofs Wulfila), die Nordgermanen (Skandinavier) am spätesten (um 1000: isländ. Allthing). Die Christianisierung der Südgermanen (im wesentlichen die Angelsachsen, die ober-, mittel- und niederdeutschen Stämme) nimmt den Zeitraum dazwischen ein, der begrenzt ist von den grossen Wanderbewegungen (Völkerwanderung, Wikingerzüge), die germanische Stämme und Expeditionstrupps bis nach Nordafrika, zum Kaukasus und an die Küste Nordamerikas führten.
 


 

 

Hauptseite

Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung

Beste Bücher online einkaufen

Beste Internetadressen   Multimedia   Kunst   Zukunftsdeutung & Astrologie   Esoterik & New Age   Traumdeutung

Magie & Märchen & Mystik   Grenzwissenschaften   Hexenwesen   Dunkles im Netz   Parapsychologie & Okkultismus etc.

         Religion & Spiritualität   Alte Kulturen   UFO`s & Phänomene   Meditation, Licht, Fortleben

Heilmethoden, -therapien, Wellness   Aus-, Weiterbildung & Organisationen

Esoterisch-spirituelle Lexika   Lexikon der Parapsychologie   Lexikon der Esoterik