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Geist/Heiliger Geist - philosophisch-theologisch |
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Die christlichen Theologen
der Patristik, die aufgrund verschiedener Auseinandersetzungen aufgefordert
waren, über ihren auf der Heiligen Schrift gründenden Glauben Rechenschaft
abzulegen, erkannten, dass der Heilige Geist aufgrund der ihm zugeschriebenen
Wirkweisen als dritte göttliche Person neben Vater und Sohn zu gelten hat.
Dies war der Schlussstein der Entwicklung der Trinitätslehre, wie sie auf
dem Konzil von Konstantinopel (381) formuliert wurde. Das Werden der
Trinitätslehre, das selber als Geschehen im Heiligen Geist, der in seiner Kirche
wirksam ist und ihr die Erkenntnis der Wahrheit Gottes ermöglicht,
verstanden wird, setzt sowohl christologische als auch pneumatologische
Reflexionen voraus, die vor allem auf ihre soteriologischen Implikationen
abstellen. Denn wie der Sohn den Menschen nicht erlösen könnte, wäre er
nicht wahrer Gott und wahrer Mensch, so könnte der Heilige Geist den Menschen
nicht vergöttlichen, d. h. ihm Heil, Vollendung und die Gemeinschaft mit
Gott schenken, wäre er nicht wahrhaft Gott. Gott ist also der dreieine, der
eine Gott in drei Personen. Um den innertrinitarischen Hervorgang des Hl.
Geistes zu bezeichnen, greift man auf die Wortbedeutung von pneuma bzw.
spiritus zurück und erklärt ihn als Hauchung. Augustinus, dessen
Trinitätstheologie bis heute nachwirkt, versteht den Hl. Geist als Liebe
Gottes in Person, als Gemeinschaft zwischen Vater und Sohn, so dass der in
der Kirche mit dem Hl. Geist beschenkte Glaubende in die trinitarische
Lebens- und Liebesgemeinschaft Gottes hineingenommen ist. Erst in der
Verbindung mit dem Hl. Geist, in dem der Mensch durch den Sohn zum Vater
gelangt, findet der menschliche Geist, der als Bild des dreieinen Gottes
verstanden wird, seine Erfüllung. Erst das Geschenk des HI. Geistes durch
Jesus Christus bringt den in selbst zu verantwortender Sündhaftigkeit von
Gott abgefallenen menschlichen Geist wieder in die Gemeinschaft mit Gott
zurück, die seine ureigene Bestimmung ausmacht. Der menschliche Geist wird
in der Patristik deutlich vom göttlichen Geist, der der HI. Geist ist,
unterschieden. Nur eine solche Unterscheidung lässt es zu, von einer
Geschichte Gottes mit den Menschen zu sprechen, die als notwendige Grundlage
die Freiheit Gottes und die geschöpfliche Freiheit des Menschen voraussetzt,
auf deren Hintergrund es dann zu einer Gemeinschaft in der Liebe kommen
kann. Diese Gemeinschaft vollzieht sich im Raum der Kirche: Durch das Wirken
des Hl. Geistes ist der Herr in Wort und Sakrament erfahrbar gegenwärtig und
wird die Kirche aufgebaut; er ermöglicht ihre Verkündigung, ihr Bekenntnis,
ihr Gebet, ihre Lehre göttlicher Wahrheit, die nur im Hl. Geist erkennbar
ist. Heutige Theologie hat erkannt, dass der Hl. Geist auch ausserhalb der
Kirche wirkt, somit ausserhalb der Kirche Heil möglich ist. Weitere Themen
der christlichen Pneumatologie sind die Schriftinspiration, die mystische
Erfahrung Gottes, die Gnade, die vor allem Gottes Selbstmitteilung im Hl.
Geist meint. |
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