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Fasten

Der Begriff Fasten wird hergeleitet von germanischen „fest"-halten an Fasten-Geboten und ritueller Beobachtung. Nichtreligiöses Fasten ist Zeichen von Selbstverleugnung (Indien), Trauer (Ägypten), Zucht (Pythagoreer) und Genügsamkeit (Kyniker, Stoa, Epikureer). Fasten meint kein Hungern aus diätetischen Gründen (Spätkulturen; Enkratiten, Vegetarier), sondern zeitweilige, völlige oder teilweise Enthaltung meist mit religiösen Zielen aus verschiedenen Motiven: apotropäisch: Schutz vor schädlichen Kräftestrahlen (Mana), Speisen (Orphiker, Mani) und Getränken (Buddhismus: Alkohol), in kritischen Zeiten (Geburt, Hochzeit, Krieg, Jagd), zur Abwehr von Katastrophen (Sonnenfinsternis, Gewitter, Tod); kathartisch: Reinigung (Reinheit) vor/nach wichtigen Handlungen („rites de passage", Mysterien, Metallurgie), Initiationsriten (Indianer); ethisch: Opfer, Sühne (Jina; auch Menschenopfer), Selbstkasteiung, ieiunium poenitentiae (immer mit Gebet verbunden); ekstatisch: Verstärkung unsichtbarer Kräfte zum direkten Kontakt mit Göttlichem in Traum, Offenbarung, Trance (Medizinmann, Opferpriester, Schamane, Inder, Mantiker, Neuplatoniker, Gnosis); Trauer-Fasten (Ägypten). Man fastet gemeinsam (altorientalische Kulturen; Islam: Ramadan) und einzeln (Busse, Sündentilgung) zu bestimmten Tagen oder Zeiten. Im religiösen Kontext wirkt Fasten kommemorativ (Ereignisse, vorzeitliche Heroen) und disponierend (verbunden mit geschlechtlicher Enthaltung, Schweigen, Isolierung vor Initiation oder vor Ausübung kultischer Tätigkeit). Gegenüber extremen Formen Hinweis auf Mässigung (Buddha) und Verinnerlichung, zuweilen Ablehnung (Protestantismus, Zarathustra, Parsismus). Im Alten Testament ist Fasten ein Akt der Demut und Busse (Jes 58,3.5; Ps 35,13), im Neuen Testament weitere Verinnerlichung des Fastens (2 Kor 6, 4 f.; Mt 10,11) als „Beten mit dem Leib".
 


 

 

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