eso-shopping Partnerprogramm
 
Web sphinx-suche.de
Moviestreaming, filmdownloads etc..  Bücher
Religionen
A-Ani   Ant-Az   B-Bo  Br-C   D-Ep  Er-Fe   Fr-Gl   Gn-Gz   H-He   He-Hz   IJ   K
 L-Men  Mes-N   OPQ   R  S-Schu   Schu-Sz  Ta-Ti   To-Tz   U-Z
 

Ethik - islamisch

Der Koran, der die durch Muhammad verkündete Offenbarung Gottes enthält, nennt die Inhalte des rechten Glaubens ebenso klar wie die Grundprinzipien des rechten Tuns. Dabei wird deutlich, dass sowohl Fragen des guten Benehmens (z. B. das freundliche Grüssen) als auch Forderungen im Sinne des Dekalogs (z. B. kein falsches Zeugnis geben) genannt werden.
Die islamischen Handbücher der feinen Bildung sowie des Rechts haben daraus die Tendenz des Korans abgeleitet, sämtliche Bereiche menschlichen Handelns unter die Oberherrschaft Gottes zu stellen, und haben sie so, jede Trennung zwischen sakral und profan vermeidend, systematisch abgehandelt.
Ethik bedeutet in diesem Sinn die Richtschnur für das Gott wohlgefällige Handeln und fällt weitgehend in den Bereich des Rechts, da die Anthropologie im Islam kein Gegenstand der Theologie ist. Sie ist gewöhnlich auch nicht das Feld philosophischer Spekulationen über das Gute, da nach islamischer Auffassung Gott absolut frei ist und daher ebenso gut die Lüge hätte anordnen können, wie er sie verboten hat. Was Gott also de facto vom Menschen will, kann durch die menschliche Vernunft nicht sicher erschlossen werden, sondern ist allein aus der Offenbarung ersichtlich. Dass der Mensch das Gute tun kann, setzt menschliche Handlungsfreiheit voraus.
Wie der Talmud und andere jüdische Handbücher stellen auch die islamischen Lehrbücher die idealen und Gott wohlgefälligen Verhaltensweisen des Menschen systematisch vor, wobei neben Koranischem auch Elemente aus der Überlieferung, dem Brauchtum und der Rechtspraxis einfliessen.
Ehrlichkeit und Gerechtigkeit kennzeichnen das ideale Verhalten des einzelnen. Dementsprechend wird untersagt, zu lügen, jemanden in betrügerischer Weise ums Vermögen zu bringen, das Vermögen der Waisen zu verschwenden, sich durch Wucher/Zins zu bereichern oder sich durch Fälschung des Gewichtes der Waage Vorteile zu verschaffen. Dieses Gerechtigkeitsideal gilt selbst dann, wenn sich die Verwirklichung im konkreten Fall gegen die eigenen Vorteile richtet. Mit diesem Ideal geht die Forderung einher, demütig, nicht prahlerisch und eingebildet oder hochmütig zu sein.
Bereits das Kind soll lernen, weder geizig noch verschwenderisch zu sein, Zornesaufwallung zu zügeln und Nachsicht zu üben sowie nicht einfach den persönlichen Neigungen nachzugehen. Reinlichkeit und saubere Kleidung gehören zum anständigen Menschen ebenso wie die rechte Weise zu grüssen. Auch die Speisegebote und -verbote (z. B. Verbot des Genusses von Schweinefleisch) sind zu beachten. Hinzu kommt für den Erwachsenen noch das Verbot berauschender Getränke und des Losspiels.
Bezüglich des Familienlebens gilt für die Kinder das Gebot, die Eltern zu achten und zu ehren und durch fürsorgliche Pflege der gebrechlich und alt gewordenen Eltern ihnen die Liebe zu vergelten, die sie den Kindern, als sie noch klein und hilflos waren, geschenkt haben. Mit harten Worten geisselt der Koran, dass Eltern aus Furcht vor Verarmung ihre Kinder (vornehmlich die Töchter) töten, was auf ein göttliches Gebot hindeutet, das Leben der von Gott geschenkten Kinder zu achten und schützen.
Im Unterschied zur vorkoranischen Polyandrie legt der Koran fest, dass nur die virilokale Polygynie zulässig ist, wobei moderne Autoren darauf abheben, dass der letzte Teil dieses Verses („wenn ihr fürchtet, [so viele] nicht gerecht zu [be]handeln, dann [nur] eine") eine monogame Ehe als Normalfall anstrebt. Obwohl der Koran nicht von einer Gleichbehandlung von Mann und Frau in der Gesellschaft ausgeht:, ist die Gleichstellung beider vor Gott unstrittig. Die Ehe ist nach 4,21 „eine feste Verpflichtung“ die unter gewissen Bedingungen beiderseits (aber von seiten des Ehemannes einfacher) wieder aufgelöst werden kann. Ohne Prüderie wird in der islamischen Literatur Sexualität als natürliche Betätigung der Menschen detailliert beschrieben und bejaht. Aussereheliche Sexualität wird gewöhnlich abgelehnt, daher sind Transvestitentum, Homosexualität, Masturbation, Prostitution und der Sexualverkehr mit Tieren verboten.
Zu den Prinzipien für das menschliche Zusammenleben gehören die Verbote von Diebstahl und unerlaubtem Töten (erlaubte Formen des Tötens: Kriegsdienst, Todesstrafe, Mutrache) sowie starke Betonung der Gerechtigkeit. Abgelehnt wird daher der Wucher/Zins Ausnützung der Position des Schwächeren. Empfohlen wird eine auf das Wohl aller ausgerichtete Sozial- und Wirtschaftsordnung, die im Kern durch gesetzlich geregelte Pflichtabgabe/Almosensteuer angedeutet ist, weil so der Reichtum als Ergebnis von Unternehmergeist und Eigeninitiative bejaht und zugleich die soziale Verpflichtung der Wohlhabenden gegenüber Armen und Mittellosen unterstrichen wird, wie Muslime in der Moderne in Abgrenzung von Kapitalismus und Sozialismus immer wieder betonen.
Den sog. „Schriftbesitzern" (d. h. vor allem Juden und Christen) räumt der Islam eine Sonderstellung ein, die die Existenz solcher religiösen Gemeinden duldet (Toleranz), ihnen ansonsten verbotene Praktiken (Weintrinken, Essen von Schweinefleisch für die Christen) zugesteht, die Führungspositionen in Staat und Gesellschaft aber klassisch nicht einräumt. Verboten ist auch jede Missionstätigkeit. Während der Übertritt zum Islam gerne gesehen wird, stellt das islamische Recht den Übertritt eines Muslim oder einer Muslima zu Christentum oder Judentum als Apostasie unter Strafe.
Die damit angesprochene Frage nach der Religionsfreiheit gehört zur neuzeitl. Debatte um die Menschenrechte im Islam. Erste Versuche lassen erkennen, dass sich die Muslime mit dem Katalog der Menschenrechte, wie er durch die Charta der Vereinten Nationen festgelegt worden ist, schwer tun, aber bestrebt sind, in vielen Punkten Übereinstimmung mit koranischen Forderungen festzustellen und bei Divergenzen nach geeigneten Interpretationsmodellen zu suchen, die in der islam. Tradition jedoch nicht allzu zahlreich sind.
Probleme ergeben sich bisweilen auch bei der Übernahme moderner Staatsformen (Demokratie, Parteiensystem), die sich nicht ohne weiteres in die klassischen Vorbilder einfügen lassen. Es bleibt abzuwarten, wie die Muslime auf die Herausforderungen durch die moderne, technisierte Welt reagieren und inwieweit sie bereit sein werden, in einzelnen Punkten über die shari’a hinauszugehen, ohne der Grundbotschaft des Korans untreu zu werden.
 


 

 

Hauptseite

Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung

Beste Bücher online einkaufen

Beste Internetadressen   Multimedia   Kunst   Zukunftsdeutung & Astrologie   Esoterik & New Age   Traumdeutung

Magie & Märchen & Mystik   Grenzwissenschaften   Hexenwesen   Dunkles im Netz   Parapsychologie & Okkultismus etc.

         Religion & Spiritualität   Alte Kulturen   UFO`s & Phänomene   Meditation, Licht, Fortleben

Heilmethoden, -therapien, Wellness   Aus-, Weiterbildung & Organisationen

Esoterisch-spirituelle Lexika   Lexikon der Parapsychologie   Lexikon der Esoterik