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Erleuchtung - im Buddhismus

Erleuchtung ist heute die gebräuchlichste Übersetzung für die Grunderfahrung des Buddha der - nach der Skt.-Wurzel budh- = erwachen, bewusst werden, davon bodhi = vollbewusst, „einsichtig" - der von aller Unwissenheit, genauer: Finsternis, Lichtlosigkeit, somit Unerleuchtetheit (Skt. avidya, jap. mumyo), „Erwachte" ist.
Bei dieser Erleuchtung geht es um eine existentielle Erfahrung, in der der Mensch zur vollkommenen Erkenntnis seiner selbst und der Welt, in der er lebt, gelangt und die Dinge „sieht", wie sie sind. Auch wenn die konkreten Anleitungen zur Erleuchtung in den verschiedenen Richtungen des Buddhismus Unterschiede aufweisen, schlägt als Gemeinsamer Grundzug immer wieder durch, dass die letzte Wahrheit und „ Soheit" (Skt. tathata) sich jedem Begriff entzieht und unaussprechlich ist. Analog den Aussagen der negativen Theologie haben die unvermeidlichen Aussagen über die Erleuchtung in den unterschiedlichen Schulen eher zum Inhalt, was die wahre Erleuchtung nicht ist, als was sie ist. Solche Diskussionen stellen daher auch den beständigen Versuch dar, alles, was der ursprünglichen Unaussagbarkeit im Wege steht, zu beseitigen und diese wiederherzustellen -wohl wissend, dass die letzte Art der Begegnung mit ihr das Schweigen ist. Sprachlich unterscheidet sich das Kleine Fahrzeug vom Grossen dadurch, dass das erste eher - negativ - die Nichtanhänglichkeit, die Befreiung und das Freiwerden von allem, somit das absolute. Nichts des Nirvana betont, während das zweite eher - positiv - die Helligkeit des Lichtes, das „Sehen der wahren Natur" (im jap. Zen kensho) bzw. das „Verkosten" (jap. saton) u. ä. sprachlich bevorzugt; freilich dürfen solche Redeweisen, auch wenn sie die „Leibhaftigkeit" der Erleuchtungs-Erfahrung mitsagen, dennoch nicht psychologisch-emotional ausgedeutet werden. In allen Versuchen des Sagens muss stets bewusst bleiben, was es bedeutet, dass der Buddha nach der Legende auf die Frage nach der Natur der Wahrheit schweigend eine Blume hochhielt. Dazu heisst es, dass niemand den Buddha verstand ausser Kasyapa, der lächelte und den der Buddha für erleuchtet erklärte.
 


 

 

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