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Engel

1. Weit gefasst kann man Engel bestimmen als untergeordnete, dienende Geistwesen, die jedoch einer übermenschlichen Sphäre angehören. In stark divergierenden Ausgestaltungen trifft man auf ihre Annahme in fast der ganzen Religionsgeschichte. Die biblische, selbst noch einmal breit gefächerte Sprachweise ist dadurch gekennzeichnet, dass einerseits die Existenz von Engeln so selbstverständlich vorausgesetzt ist, dass darüber keine Belehrung, geschweige denn eine Reflexion stattfindet. Andererseits ist ihr dienender, funktionaler Charakter für den einen alles bestimmenden Vollzug der Gottesherrschaft bewusst erfasst. Im Heranreifen des biblischen Monotheismus spielen sie nicht die Rolle von Konkurrenten des einzigen Gottes, auch wenn sie in älteren Texten mythische Überlieferungen widerspiegeln, die noch dem Polytheismus zuzuzählen sind. Gesamtbiblisch gilt, was Ps 103,19-21 zusammenfasst. Die Engel vollziehen nur Gottes Walten. Dabei gibt es ein deutliches Gefälle.. Engel treten zwar in allen Schichten alttestamentlicher Überlieferung auf, jedoch stärker nachexilisch und auffallend massiert in apokalyptischen Texten. Letzteres gilt auch für die ausserkanonische frühjüdische Literatur. Dem entspricht der neutestamentliche Befund. Wenn Engel auch nie um ihrer selbst willen im Mittelpunkt stehen, begleitet ihr Dienst doch heilsentscheidende Ereignisse. Biblisch umgreifend erfüllt sich ihr Dienst in einer schöpfungstheologisch begründeten kosmischen Liturgie der gesamten Schöpfung. Als Wesen einer „himmlischen" Welt werden sie auch zum Dienst an der Gottesherrschaft gesandt.. Dieser konzentriert sich schon in ältester Überlieferung auf den Botendienst: Überbringer von Offenbarung. Das hebräische Wort für Engel hatte und behält die Grundbedeutung von „Bote" (Maleak), ein Vorgang, der auch für die Übersetzung ins Griechische gilt (angelos, dem über das Lat. unser Spezialwort „Engel" entstammt). Dieser Zusammenhang wird leicht verständlich, wenn man bedenkt, dass den Boten in der Frühzeit stets eine sakrale Atmosphäre umgab. Engel- Klassifizierungen wie Serafim (Jes 6) und Kerubim (Ez 1) überschreiten die Bedeutung von Begleiterscheinungen Jahwes nicht. Eigennamen tauchen biblisch erst spät auf – Michael, Gabriel, Rafael - und fassen die jeweilige Offenbarung, die durch den Engel geschieht, sprachlich in den Namen; z. B. Michael:: „Wer ist wie Gott?"
 


 

 

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