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(griech. ekstasis = „Aussersichsein")
Ist ein psychologisches Phänomen vor allem im Bereich der Meditation/Mystik.
Es ist das Heraustreten aus dem normalen Zustand in einen Ausnahmezustand
gesteigerter Gefühls- und Seelenerregung, dessen vielfältige
Erscheinungsformen von unterschiedlicher Dauer und Intensität sein können.
Der ekstatische Zustand kann den Menschen plötzlich und ohne sein Zutun
überkommen, er kann aber durch Zuhilfenahme bestimmter Mittel auch bewusst
hervorgerufen werden.
Eine besondere Rolle spielt die Ekstase im Islam. Ekstase wird im Islam als
wadjd bezeichnet, ein Wort, das eigentlich „finden" bedeutet. Ekstase wird
erreicht durch eine göttliche Gnadeneinwirkung, kann aber durch religiöse
Übungen vorbereitet werden. Der Mystiker versetzt sich durch
zehntausendfache Wiederholung von Gottesnamen und religiösen Formeln in
einen bestimmten geistigen Zustand, in dem seine eigenen Attribute
verlöschen und er - vielleicht - am Ende das fana (am besten als „Entwerden"
zu übersetzen) erlebt. Häufiger ist es, durch Musik und wirbelnden Tanz
„Ekstase zu suchen" (tawadjud). Die Ekstase wird aber, wie alles, was dem
Menschen widerfährt, als göttliche Gabe angesehen, die nicht selbständig
erreicht werden kann. Das Ziel der Ekstase ist, im innersten Herzen, das
durch Askese und Gebet von allem, „was nicht Gott ist", gereinigt ist, Gott
zu „finden", der dem Menschen „näher als die Halsschlagader" (Koran 50,16)
ist. Daher hat P. Nwyia vorgeschlagen, den Begriff wadjd korrekter als „Instase"
zu bezeichnen.
In der modernen Diktion wird auch das Wort hal für einen ekstatischen
Zustand verwendet. Hal ist eigentlich ein gottgeschenkter „Zustand", der den
Mystiker überkommt und verschiedene Inhalte haben kann; die Plötzlichkeit
solcher Erfahrung hat das Wort dann später zu einem Synonym für „Ekstase"
werden lassen. Der Sufismus unterscheidet zwischen solchen Menschen, die
langsam auf dem mystischen Pfade zu Gott wandeln und vielleicht am Ende mit
ekstatischer Entrückung (Entwerden) begnadet werden, und solchen, die durch
göttliche „Anziehung" in einem ekstatischen Erleben Gott „finden", dann aber
den Weg zurückgehen müssen, falls sie nicht für immer in de Entrückung
verharren und ihre Pflichten in dieser Welt nicht mehr erfüllen können.
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