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Dharma - hinduistisch

Dharma (P. dhamma) leitet sich her von der Skt.-Wurzel dhr = halten, festmachen, tragen und hat im Lauf der Geschichte je nachdem, von woher das, was das Leben trägt, bestimmt wird, eine Reihe von verschiedene Bedeutungen erlangt: Sitte, Recht und Gesetz, die Wahrheit, die ethische und religiösen Verpflichtungen, Moral und Religion. Im Englischen wird heute häufig mit „religion" übersetzt. Insofern als Dharma die Dinge als das bezeichnet, was sie „in Wahrheit" sind, oder ab als das, was sie sein sollten, haben sich im Lauf der Geschichte ontologisch-philos. und ethische Bedeutungen miteinander verbunden. Da die Berufung auf Dharma ab die letzte nicht mehr zu hinterfragend Instanz ins Spiel bringt, wird Dharma zum Ausdruck der allem vorgegebenen und in allem waltenden rel. Ordnung. Was im Abendland ungenau mit Hinduismus bezeichnet wird, ist für den Inder sanatana dharma, „ewiger Dharma". Im Rigveda steht Dharma in enger Beziehung zum Begriff rta, wobei dieser in unpersönlicher Weise das universale Gesetz, Dharma dagegen die Akte, die diese kosmische Ordnung gewährleisten, konkret die Opferhandlugen bzw. das rituelle Handeln der Götter als der Beschützer des Dharmas meint. Erst in den Brahmanas ändert sich die Sicht insofern, als sich Dharma nicht mehr so sehr in den Handlungen der Götter als in de priesterlich-menschlichen Opferriten und Handlungen widerspiegelt und nun in engem Zusammenhang mit Karma als dem über das Leben des Menschen entscheidenden Handeln gesehen wird. In diesem Zusammenhang wird Dharma zum Ausdruck für das Gesamtverhalten des Menschen, Moral und Gesetz. Die Chandogya Up. 2.23.1 fasst das vedische Verständnis des Dharma zusammen: Es gibt drei Zweige des Dharma: Der erste besteh aus Opfer, Studium des Veda und Alm sengeben. Der zweite ist die Askese. Der dritte besteht darin, als Schüler der heiligen Erkenntnis im Hause des Meisters zu wohnen und sich dort in äusserster Selbstkontrolle zu üben. All das bringt als Lohn die Welten, die dem Tugendhaften zugeteilt sind. Wer fest im Brahman gründe geht in die Unsterblichkeit ein." Als Antwort auf die Frage, wie Dharma als rechtes Verhalten zu bestimmen sei, werden in den klass. Dharma-Texten, dem Gesetzbuch des Manu und den Dharma -Sastra, genannt: a) sruti, die in den Veden niedergeschriebene Offenbarung, b) smrti, die ihrerseits in Schriften greifbare Vedendeutung der späteren Tradition, c) wo beide Quellen keine Antwort geben, das Beispiel in der Gesellschaft angesehener Menschen. Entsprechend heisst es im Manusmrti 2.6: „Der ganze Veda ist die Quelle des Dharma und die Tradition und die Praxis jener, die sie kennen, und auch das Verhalten tugendhafter Menschen und die Befriedigung seiner selbst." Der Hinweis auf die „Befriedigung seiner selbst" wird zumeist als Hinweis auf ein dem Gewissen konformes Verhalten verstanden. Von den genannten Quellen her ist das moralische Verhalten im Hinblick auf das individuelle, kastenkonforme und gesamtgesellschaftliche Leben, aber auch auf den konkreten rel. Stand genauer klassifiziert worden. In der Bhagavad-Gita ist Dharma zwischen Vergnügen und Wohlstand einerseits und Erlösung andererseits eines der vier Ziele, auf die menschliches Leben gerichtet ist. In seiner Stellung ist Dharma hier als Gestalt des moralischen Verhaltens die entscheidende Voraussetzung auf dem Weg zur Erlangung des Heils in Erkenntnis und Liebe


 

 

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