| Religionen |
| A-Ani Ant-Az B-Bo Br-C D-Ep Er-Fe Fr-Gl Gn-Gz H-He He-Hz IJ K |
| L-Men Mes-N OPQ R S-Schu Schu-Sz Ta-Ti To-Tz U-Z |
|
Dämonen - Begriffsgeschichte |
|
1. Das griech. Wort
daimon bedeutet seiner etymologischen Herkunft nach sowohl „Zerteiler" als
auch „Zuteiler". Infolgedessen lässt sich ihm der Begriff moira, der genuin
die Fleischportion bezeichnet, komplementär zuordnen. Vom sprachgeschichtlichen
Zusammenhang her ist einerseits das Verhalten eines beutezerreissenden
Raubtiers, andererseits das eines Nahrung hierarchisch verteilenden
Hausvaters assoziiert. Wenn daher ein olympischer Gott in der antiken
Dichtung daimon genannt wird, kann damit seine Funktion als Zuteiler einer
„Schicksalsportion" (moira) gemeint sein, aber auch sein völlig
überraschendes Eingreifen oder sein massloser Zorn. Der Begriff ist demnach
urspr. ambivalent; er wurde, anders als in unserem Sprachgebrauch, als eine
ebenso positive wie auch negative Bezeichnung für übermenschliches Wesen
verwendet. Wird zwischen Gott und daimon differenziert, so nehmen die
Dämonen eine Mittelstellung zwischen Göttern und Mensch ein, eine
Konzeption, die seit Platon für die Philosophie eine wichtige Rolle spielte.
Welchen Sinn eine solche Vorstellung hat, erklärt Plutarch in seiner Schrift
„Über den Niedergang der Orakel": Sie schafft ein notwendiges Bindeglied, um
die Kluft zwischen der irdisch-menschlichen und der fernen göttlichen Sphäre
zu überbrücken, und sie ermöglicht ein von negativen Aspekten gereinigtes
Gottesbild, da die Übel in der Welt den Dämonen zugeschrieben werden können.
Die Dämonen sind ihrer eigenen Beschaffenheit nach etwas Mittleres, nämlich
weniger dem Stofflichen verhaftet als der Mensch, jedoch nicht (als nach
stoischer Auffassung „feinstoffliche Wesen") in der gleichen Weise rein
geistig wie Gott. Sie üben auch eine Mittlertätigkeit aus (Platon nennt sie
„Dolmetscher und Fährleute") und können jeweils für die einzelnen Menschen
als „Geleit-Dämonen" die Funktion von Schutzgeistern übernehmen. Die
verinnerlichte Form eines solchen Schutzgeistes ist das daimonion des
Sokrates, eine innere Stimme, die ihn vor schlechten Handlungen warnt.
Platon schildert in einem Mythos, dass der Mensch sich „seinen daimon"
selbst erlost; das bedeutet: sein Mythos, seine Wesensart, wie Heraklit den
daimon des Menschen nannte, ist ihm nicht zugeteilt, sondern liegt in seiner
eigenen Verantwortung – und damit auch der Anteil, den der Mensch durch
seine Geistseele am Göttlichen hat. Neben dieser positiven Auffassung der
Dämonen gewinnt von Xenokrates an der negative Aspekt im Rahmen einer philos.
Religionskritik zunehmend an Bedeutung, weil dualistische Tendenzen der
Spätantike jede Verstrickung in die Materie als ein Übel erscheinen lassen.
Soweit man hingegen die Mittelwesen neutral benennen will, bezeichnet man
sie eher als pneumata (griech.) oder spiritus (lat.), was beides etwa
unseren „Geistern" entspricht. |
Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung
Beste Internetadressen Multimedia Kunst Zukunftsdeutung & Astrologie Esoterik & New Age Traumdeutung
Magie & Märchen & Mystik Grenzwissenschaften Hexenwesen Dunkles im Netz Parapsychologie & Okkultismus etc.
Religion & Spiritualität Alte Kulturen UFO`s & Phänomene Meditation, Licht, Fortleben
Heilmethoden, -therapien, Wellness Aus-, Weiterbildung & Organisationen
Esoterisch-spirituelle Lexika Lexikon der Parapsychologie Lexikon der Esoterik