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1. Nach dem Tod der
Apostel und ihrer direkten Schüler waren die Christen, die zunächst als
Angehörige einer jüdischen Sekte galten, einerseits äusseren Verfolgungen seitens
der römischen Herrscher ausgesetzt, da sie den Kaiserkult ablehnten; andererseits
hatten sie sich von den verschiedenen geistigen Strömungen abzugrenzen. Im
Zuge dieser Auseinandersetzungen wurden der Kanon der Heiligen Schriften und
verschiedene Fassungen einer „regula fidei" ausgeprägt, die ermöglichten,
die apostolische Botschaft in einer z.T. neuen Sprache - unter Einbeziehung
der Terminologie hellenenistischer Philosophie - zu vermitteln. Nicht zu
übersehen ist, dass im „Zeitalter der Angst“ zwischen Mark Aurel und
Konstantin vornehmlich die Botschaft von der Überwindung des Todes durch die
Auferstehung und die grosse karitative Tätigkeit der Christen zur weiten
Verbreitung des Christentums beitrugen.
2. Durch das Toleranzedikt Kaiser Konstantins wurde durch das Christentum
erstmals zu einer „religio licita". Ihre Bedeutung war inzwischen so gross,
dass der Kaiser selbst an ihrer, Einheit interessiert war und Überwindung
der durch Arius (gest. 336) aufgeworfenen Fragen über die Gottsohnschaft das
Konzil von Nizäa (325) einberief, dessen Lehraussagen auf späteren Konzilien
(Konstantinopel 381, Ephesus 431, Chalkedon 451) noch präzisiert wurden. Die
weitere Entwicklung hin zur Reichskirche (unter Theodosius 379-395;
Justinian I., 527-565) führte im Westen allerdings nicht zur vollständig
Abhängigkeit der Kirche, sondern zu einer Stärkung der Autorität der röm.
Bischöfe, denen als Nachfolgern des Apostels Petrus eine besondere
Vorrangstellung zumindest für die Kirchen im Abendland zuerkannt wurde. In
der Epoche nach den Verfolgungen zogen sich nicht wenige Christen aus den
Städten in die Wüste zurück, um dort als Einsiedler oder in Gemeinschaften
ganz nach dem Evangelium zu leben. Aus den Mönchen oder ihnen nahestehenden
Kreisen kamen die grossen Theologen, die als Kirchenlehrer im Osten und
Westen die bibl. Schriften kommentierten: sie taten dies nicht zuletzt im
Blick auf die Frage, ein Leben nach dem Evangelium sowie die bibl. Lehre von
der allein heilschaffenden Gnade und dem schon angebrochenen, aber noch
nicht vollendeten Reich Gottes mit dem stärkeren politischen Einfluss der
Kirche zu vereinbaren sei.
3. Die unter röm. Einfluss erfolgende Annahme des christl. Glaubens durch
die Franken, Angelsachsen und Germanen sowie die Bekehrung der slawischen
Völker von Byzanz aus trugen dazu bei, dass sich der schon vorher
abzeichnende Unterschied zwischen den Kirchen des Abendlandes und denen des
Ostens noch mehr ausprägte. Massgeblich für Liturgie, Theologie und
Verehrung der Ikonen im Osten blieb das Festhalten an dem, was in der Bibel
und der frühchristl. Tradition steht. (Deshalb wurde auch die im Abendland
geprägte Formel „filioque" abgelehnt.) Auf die einzelnen Kirchen des Ostens
übte der Kaiser nachdrücklich seine Macht aus. Durch die Ausweitung der
Machtbefugnisse des Bischofs von Rom (Zurückdrängung der Patriarchate) und
die Krönung Karls des Grossen zum röm. Kaiser (800) verschärfte sich
Gegensatz zwischen Abendland und Morgenland so stark, dass es 1054 zum Bruch
kam. Unter dem Vordringen des Islam (bis hin zur Eroberung von
Konstantinopel 1453) brach das oström. Kaisertum völlig zusammen; das
Schwergewicht der orth. Kirche verlagerte sich nach Russland, so dass Moskau
„das dritte Rom" wurde. Liturgisch und theologisch verharrten die Ostkirchen
bis in die Neuzeit hinein wesentlich bei den traditionellen Formen.
Auf die abendländische Kirche wirkte sich besonders das röm. Interesse an
Recht und an gesetzlicher Regelung aus. Die altkirchl. Busspraxis wurde
durch iro-schottische Missionare weiterentwickelt. Die nordische Mentalität
(geringes Verständnis für Symbolik) führte u.a. zu ersten
Auseinandersetzungen um die wirkliche Gegenwart Christi in der Eucharistie
und neue Formen der Frömmigkeit. Die straffer gewordene Bindung an den
Bischof von Rom war nicht leicht mit den Ansprüchen des Kaisers zu
vereinbaren und führte zum Investiturstreit. Die kirchl. Praxis dieser
Epoche wurde vielfach durch den Mangel an rel. Wissen in breiten
Volksschichten geprägt, die, damaligem Feudaldenken entsprechend, oft nur
aus Gehorsam gegenüber ihren Fürsten den christl. Glauben annahmen.
Innerhalb der Kirche lebte manch heidnischer Brauch als christl. Aberglaube
weiter. Wahrhaft rel. Leben gab es hingegen in vielen Klöstern, wo die
Theologie der Kirchenväter sorgfältig tradiert wurde. Bleibende Zeugnisse
dafür sind ausser der theologisch durchdachten Architektur die tiefsinnigen
Buchmalereien. Echter rel. Idealismus verband sich allerdings nicht selten
mit politischen Interessen, z. B. bei der Missionierung des Ostens durch die
Kreuzritter und bei den Kreuzzügen.
4. Infolge des im 12. Jh. aufkommenden Handels mit der arab. Welt, der
Begegnung mit dem vordringenden Islam und der auf diesem Umweg ermöglichten
Rezeption des Aristoteles bahnte sich schon
gegen Ende des Mittelalters ein grundlegender Wandel im Denken an. Die
Scholastik führte zu einer eigenständigen Bewertung des „sensus literalis“
bei der Auslegung der Bibel, zu ersten Versuchen einer Beobachtung der
Natur, zur Unterscheidung zwischen Erst- und Zweitursache bet den Wundern
und schliesslich auch zu einem grösseren Interesse am hist. Hergang dessen,
was die Bibel oft sehr symbolhaft schildert. Gefördert wurde dies durch die
kirchlichen Reform-Orden (Franziskaner, Dominikaner) und ihre an Jesu Leben
orientierte Frömmigkeit. Dieser geistige Wandel - Vorbote der Neuzeit -
zeigte sich u.a. in der ma. Malerei (perspektivische Raumdarstellung) sowie
den Passions- und Osterspielen, mag dabei auch wie auf vielen Bildern das
vergangene Geschehen ganz in die zeitgenössische Gegenwart hineingestellt
sein. Den Anbruch einer neuen Epoche deuteten auch die Versuche an alte
Dokumente als Fälschungen zu entlarven. Das Verhalten der Päpste bzw.
Gegenpäpste
im 14./15. Jh. gab Anlass zur Frage nach der Kompetenz der Konzilien
(Konziliarismus); die Missstände im Rom der Renaissance, an fürstlichen
Bischofshöfen und beim ungebildeten Klerus weckten bei vielen den Ruf nach
einer Reform der Kirche an Haupt und Gliedern. Infolge der oft den
Interessen kirchl. Fürsten dienenden Kriege, der Pest und Hungersnöte sowie
häufiger Drohungen mit der Höllenstrafe herrschte unter der Bevölkerung eine
grosse Angst. Viele nahmen daher zu Wallfahrten, Reliquienverehrung und
Ablässen Zuflucht, was oft mit magischen Vorstellungen verbunden und von
Ablasspredigern ausgenutzt wurde.
5. Vorbereitet durch die Reformversuche von J. Wyclif (gest. 1384) und J.
Hus (gest. 1415), stiess die Kritik M. Luthers (gest. 1546) an den damaligen
Missständen der Kirche, die die Lehre von der Rechtfertigung aus dem Glauben
verdunkelte, auf offene Ohren. Gefördert wurde sie durch die dank des
Buchdrucks mögliche Verbreitung seiner Schriften und seiner auf den Urtext
zurückgreifenden Bibelübersetzungen. Durch politisches Machtstreben von
Landesfürsten („cuius regio eius religio") und den Mangel an echtem
Verständnis in Rom verstärkt, führte die von M. Luther angestrebte
Reformation zur zweiten grossen Kirchenspaltung, die unter U. Zwingli (gest.
1531) und J. Calvin (gest. 1564) auch die Abtrennung der Reformierten und
wenig später die Absonderung der anglikanischen Kirche nach sich zog. Als
Reaktion auf die bisherige Vernachlässigung der Bibel sowie die
Überschätzung von „Werken" wurde in diesen Kirchen versucht, ganz aus dem
Geist der Hl. Schrift allein (sola scriptura) im Vertrauen auf die Gnade
Gottes (sola gratia) einzig Gott (solus Deus) die Ehre zu geben. Wussten
sich die Reformatoren trotz ihrer Kritik an der röm. Kirche noch wesentlich
an die kirchliche Tradition gebunden (z. B. bei der Berufung auf die alten
Konzilien), so änderte sich dies in den folgenden Jahrzehnten. Die
„protestantische Orthodoxie" (17. Jh.) anerkannte als Richtschnur christl.
Lebens fast nur die ihrer Ansicht nach bis auf jedes Satzzeichen inspirierte
Bibel („papierener Papst").
Die romtreu gebliebenen Kirchen griffen in der Gegenreformation das
Erneuerungsanliegen auf (bes. auf dem Konzil von Trient, 1545-1563) und
bemühten sich, die bestehenden Missstände abzuschaffen und das kirchliche
Leben durch gute Priesterausbildung, bischöfliche Visitation, Pflege echter
Heiligenverehrung, eucharistische Frömmigkeit usw. zu erneuern. Zu Hilfe kam
ihnen dabei das Wirken grosser Heiliger und Ordensstifter bzw. Erneuerer
alter Orden. Allerdings geschah die Durchführung der Gegenreformation
ähnlich wie bei der Reformation nic selten gewaltsam. In Verbindung mit der
Gegenreformation, die sich künstlerisch in den Bauten, Bildern und Dichtung
des Barock widerspiegelt, kam es schliesslich nach der Entdeckung neuer
Kontinente zu einer grossen missionarisch Bewegung, die erstmals auch zu
einer intensiveren Begegnung mit anderen Religionen führte.
6. Die Entdeckung der Einmaligkeit und Eigenverantwortung des menschliche
Seins in Scholastik, Humanismus und Reformationszeit leitete
geistesgeschichtlich die „Wende zum Subjekt" ein. Das einzelne Subjekt
betrachtet die Welt als ihm gegenüberstehendes Objekt. Die dadurch forcierte
Entwicklung der Naturwissenschaft machte deren erfolgreiche Methode bald zum
Modell jeder Wissenschaft. Der so geförderte Positivismus - nur das als
„Tatsache" Bewiese gilt als wirklich - bedingte ein Zurückdrängen Gottes aus
dieser Welt und eine im Lauf der folgend Jahrhunderte zunehmende
Konzentration auf die empirisch erfahrbare Welt sowie das irdisch Glück. Das
Vertrauen in die menschliche Vernunft führte bei den Denkern der
„Aufklärung" (18. Jh.) zu einer negativ Beurteilung des angeblich „dunklen
Mittelalters" und der Forderung nach Befreiung aus „selbstverschuldeter
Unmündigkeit" (sapere aude [Kant]). Politisch wirkte sich dies sowohl in der
Säkularisation (z. B. Josephinismus) wie in de Französischen Revolution aus.
Unter Berufung auf die Vernunft wurde nun die in der protestantischen
Orthodoxie verteidigte Verbalinspiration kritisch hinterfragt. Angeführt von
den engl. Deisten des 18. Jh., leugnete eine Reihe hist.-kri
Bibelwissenschaftler manche bislang als selbstverständlich geltenden
Aussagen (z. B. Wunder, Auferstehung, Gottessohnschaft). Dem „Köhlerglauben"
der Kirchen stellten viele Exegeten ihre angeblich sicheren
Forschungsergebnisse gegenüber. Rationalistische Theologen des 18./19. Jh.
sahen in der Bibel letztlich nur eine „Offenbarung" von Wahrheiten, zu denen
der Mensch auch mit seiner Vernunft gelangen kann. Die Botschaft des
Evangeliums reduzierten sie fast ganz auf eine Morallehre. Die
scharfsinnigen Untersuchungen führten aber auch dazu, die Bibel und die
kirchliche Überlieferung noch mehr als bisher zu erforschen, nicht zuletzt
durch Auswertung rel.-gesch. Parallelen. Ende des 19. Jh. sah sich die krit.
Forschung zusätzlich durch die 7Evolutions-Lehre von Ch. R. Darwin (gest.
1882) sowie die Thesen von L. Feuerbach (gest. 1872) und S. Freud (gest.
1939) herausgefordert.
Kirchlich gebundene Christen aller Konfessionen wandten sich dagegen, indem
sie ihrerseits die Historizität der bibl. Angaben verteidigten oder sich -
wie in der kath. Kirche - gegenüber glaubenszerstörenden Tendenzen einfach
abriegelten. Im protestantischen Pietismus und in der kath. Restauration des
19. Jh. (einer mit der Romantik verbundenen Reaktion auf die verschiedenen
Tendenzen der Säkularisierung) kam es sowohl in der kath. wie in den ev.
Kirchen teilweise zu regelrechten Blüteperioden (Ordensstiftungen,
Weltmission, Kirchenbauten u. a.). Das Erstarken nationalstaatlicher
Bestrebungen (Aufbruch um 1848, deutscher Kulturkampf) konnte diese
Restauration nicht verhindern, rief hingegen in der kath. Kirche eine
Festigung des röm. Primats hervor. Dies führte 1870 auf dem Ersten
Vatikanischen Konzil zur Definition der päpstlichen Unfehlbarkeit. In der
Folgezeit wurde diese auf „ex-cathedra"-Entscheidungen eingeschränkte
Vollmacht landläufig oft auf jede röm. Entscheidung ausgedehnt. Die Versuche
mancher kath. Forscher, die Erkenntnisse der neueren Wissenschaften in der
Theologie zu berücksichtigen, wurden unter Pius X. (gest. 1914) als
„Modernismus" verurteilt. In den ev. Kirchen kam es zu vielen
fundamentalistisch orientierten Sektenbildungen. Die Frömmigkeit der
Katholiken wurde in dieser Epoche u. a. durch eine stark aufblühende
Marienverehrung geprägt. Als Reaktion auf die Gefährdung durch permissive
oder liberale Lebensformen entwickelte sich in ev. wie kath. Kreisen eine
grosse Prüderie (Viktorianisches Zeitalter). Die durch Kolonialisierung und
Industrialisierung ermöglichte wirtschaftliche Entwicklung führte zur
sozialen Frage und bahnte das bis heute bestehende Missverhältnis zwischen
dem Reichtum der Industrieländer und der Armut der Dritten Welt an; die
Kirchen stellten sich diesen Problemen nur zögernd und meist in
Einzelmassnahmen, so dass eine grosse Entfremdung weitester Volksschichten
eintrat und die Ideen des Marxismus grossen Anklang fanden.
7. Die Zuversicht liberaler Theologen hinsichtlich der Ermöglichung
irdischen Glücks für alle wurde durch die Schrecken des 1. Weltkrieges stark
gedämpft. Die anschliessenden politischen Änderungen (Ende der Bindung
zwischen Thron und Altar, Lateranverträge, Einfluss des antikirchlichen
Sozialismus) bewirkten eine der Bibel und Tradition zugewandte, sich den
Ideen der Neuzeit nicht selten verschliessende Einstellung vieler kirchl.
Kreise. Zeichen neuaufbrechender innerkirchl. Begeisterung waren vor allem
die liturgische Erneuerung, das intensive Bibelstudium und - bes. unter dem
Druck der Verfolgung - das Interesse an ökumen. Zusammenarbeit. Letztere
erfolgte sowohl innerhalb der protestantischen Kirchen als auch in
Zusammenarbeit mit dem röm. Katholizismus. Daneben wuchs das Engagement
christl. Parteien in der Politik, sofern sie nicht durch autoritäre Regime
(Kommunismus, Faschismus, Nationalsozialismus) gewaltsam unterdrückt wurden.
Dank vieler rel.-wiss. Einzelforschungen und mancher durch moderne
Verkehrsmittel ermöglichten persönlichen Begegnungen wuchs auch ein neues,
positives Verständnis der nicht-christl. Weltreligionen. Die bitteren
Erfahrungen des 2. Weltkrieges - vor allem die Erkenntnis der Mitschuld
eines seit alters von Christen genährten Antisemitismus an den Grauen der
Konzentrationslager - stärkten in vielen Kirchen die Bereitschaft zur
Selbstkritik gegenüber bestehenden Formen der Frömmigkeit und
Kirchenverwaltung. Der durch das Programm der „Entmythologisierung" (R.
Buhmann) ausgelöste „Streit um die Bibel" zeigte, dass innerhalb der Kirchen
die durch die Wissenschaften aufgegebenen Probleme noch längst nicht gelöst
waren. Die Sprache der Bibel weicht in vieler Hinsicht von der heutigen ab
(z. B. Vorstellungen vom Anfang und Ende der Welt, von Gottes Wirken in der
Schöpfung, Wunderverständnis). Während sich manche Protestanten den neueren
Erkenntnissen oft kritiklos auslieferten (bis hin zur Leugnung der
Auferstehung Jesu und der Toten), versuchten andere sich diesen gegenüber
mehr oder minder zu verschliessen. Innerhalb der kath. Kirche brachte das
II. Vatikanum (1962-1965) zwar eine grundsätzliche Öffnung für die
Auswertung der neueren Erkenntnisse der Bibelwissenschaft und für den Dialog
mit der modernen Welt; dies führte aber neben vielen Formen kirchl.
Erneuerung auch zu manchen Fehlreaktionen (Verunsicherung weiter Kreise,
leichtsinnige Übernahme modischer Meinungen, ängstlich restaurative
Tendenzen). In Kontrast zum wachsenden Interesse an den Fragen nach Gott und
Jesus in Literatur und Kunst steht heute die grosse Reserve vieler Menschen
gegenüber den Kirchen. Erstmals in der Menschheitsgeschichte werden weltweit
theoretischer und praktischer Atheismus in Ost und West vertreten. Selbst
manche Christen suchen die Bewältigung der Probleme in der Zuwendung zu
anderen Religionen (New Age). Angesichts der beängstigenden Probleme von
Überbevölkerung, Umweltverschmutzung sowie neuen Möglichkeiten von Medizin
und Technik (Genmanipulation, Atomenergie, Weltraumfahrt, Massenmedien)
stehen die christl. Kirchen vor enormen Aufgaben. Dazu gehört auch die
Forderung, die Gleichberechtigung der Frauen innerhalb der Kirchen besser zu
praktizieren. Die Kirchen können solche Aufgaben nicht als einzelne lösen,
sondern nur in ökumen. Einmütigkeit und in reger, von Toleranz getragener
Zusammenarbeit mit allen anderen, bes. aber mit den im Monotheismus
verbundenen Religionen des Judentums und des Islam, ohne damit ihre eigene
Sendung zu verleugnen. Dem Christentum kommt dabei, wie das Treffen von
Vertretern aller Religionen in Assisi 1986 zeigt, eine besondere Aufgabe zu.
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