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Von den 33 Belegen des
Wortes Bund (dietheke) im Neuen Testament sind 14 Zitate aus dem Alten
Testament, 5 Anspielungen auf alttestamentliche Stellen, die verbleibenden 14 Stellen
sind alle paulinisch oder im Hebr; zugleich zeigt die „sparsame Verwendung"
eine gewisse Zurückhaltung an. Unter Ausblendung des Verpflichtungs-Bundes
wird besonders an die spät-alttestamentliche Vorstellung vom Gnaden-Bund angeknüpft. Das
Moment der Verheissung rückt in den Mittelpunkt; in Jesus haben die alttestamentlichen
Bundes-Verheissungen ihre unüberholbare Erfüllung gefunden. Heilsgeschichte
wird somit periodisiert in die Zeit der Erwartung, die Zeit der Erfüllung
und die Zeit der Bewährung bis zur endgültigen Wiederkehr Christi.
Von zentraler Bedeutung ist Bund für die Abendmahlsworte: Im Rückgriff auf
Ex 24,8 wird der Tod Jesu als Bundes-Blut der Besiegelung des „Neuen Bund"
interpretiert. Über die Vermittlung der aram. Übersetzungen, die dem
Blutritus Sühnekraft zusprechen, wird im Becherwort das vermittelte Heil als
universale Sündenvergebung gedeutet
Die Anspielung auf Jes 53,11 f. sieht in Jesus den in Stellvertretung für
die Vielen leidenden Gottesknecht. Nach Lk 22,20 und 1 Kor 11,25 stiftet
Jesus durch seinen Opfertod den neuen Bund, der Jer 31,31-34 verheissen
wird. Der eschatologische Charakter dieses neuen Bund wird 1 Kor 11,26 bes.
deutlich.
Die bleibende Gültigkeit des Abraham-Bund wird bei Paulus, der sich selbst
als Diener des neuen Bund bezeichnet, betont. Die wahren Söhne Abrahams sind
aber die Glaubenden; ihnen gilt die Unaufhebbarkeit der Verheissungen. In
der Gegenüberstellung von Glaube und Gesetz verk. Abraham den Glauben; der
Bund Gottes ihm ist der reine Verheissungs-Bund Ihm gegen setzt Paulus den
Sinai-Bund; indem er diesen auf das Gesetz reduziert, wird Sinai-Bund zum
unvereinbaren Gegen von Glaube und Verheissung. Die Verheissung des
Abraham-Bund dagegen findet ihre Erfüllung in Christus.
In der Typologie steht gar für den alten Bund und das Ges Antithese dazu
verkörpert Sara die Freiheit und den neuen Bund.
Die Überbietung des alten Bund durch neuen Bund der Versöhnung ist das Thema
von 2 Kor 3,1-18. Hier findet sich auch erstmals die Bezeichnung der in der
Synagoge verlesenen Text „alter Bund ". Über die griech. Übersetzung
von brit mit diatheke wird daraus in der Folgezeit das christl. „Alte
Testament“. Der Hebräerbrief umkreist das Thema Bund von mehreren Seiten.
Mit Jer 31 betont er die Unzulänglichkeit und Vergänglichkeit des alten
Bundes und die sich daraus ergebende Notwendigkeit neuen Bund. Durch Jesu
hohepriesterliches Sühneopfer wird der neue Bund in Kraft gesetzt und
zugleich der alte Bund abgelöst und ersetzt. Wie in der Jer 31 schon
vorgezeichnet, wird statt äusserlicher Gesetzestreue die Verinnerlichung der
Tora gefordert. Die bedingungslose Sündentilgung bedarf des Todes Jesu,
dessen Blut Bundes-Blut ist. Jesus ist damit der Mittler des neuen Bund, der
den Zugang zu Gott ermöglicht. Der neue Bund ist in dialektischer Spannung
Aufhebung (im bestätigenden wie negierenden und überbietenden Sinn) des
alten. - Unter dem Aspekt der aussenstehenden Vollendung spricht Offb 21,1-5
vom Bund. Die atl. Verheissung des neuen auch mit Leben, Tod und
Auferstehung Christi nicht vollständig erfüllt, sondern bedarf der
Vollendung seines Kommens am Ende der Zeiten.
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