eso-shopping Partnerprogramm
 
Web sphinx-suche.de
Moviestreaming, filmdownloads etc..  Bücher
Religionen
A-Ani   Ant-Az   B-Bo  Br-C   D-Ep  Er-Fe   Fr-Gl   Gn-Gz   H-He   He-Hz   IJ   K
 L-Men  Mes-N   OPQ   R  S-Schu   Schu-Sz  Ta-Ti   To-Tz   U-Z
 

Buddhistische Philosophie

1. Vorbemerkungen
Auch wenn der historische Buddha seine Lehre nicht in der Gestalt einer Philosophie vorgetragen hat und sein berühmtes Schweigen auf metaphysische Fragen gegen eine solche spricht, ist doch die Verkündigung seiner Lehre nicht ohne Bezug zur zeitgenössischen indischen Philosophie, zumal zu den upanisadischen Atman-Spekulationen, zu denken. Allerdings ist zu beachten, dass die ind. Philosophie nicht ohne ihren spirituell-religiös-soteriologischen Bezug zu verstehen ist, folglich auch der Buddha von Anfang an einen Mittelweg zwischen allen theoretischen wie praktischen Antinomien zu gehen suchte, der den Menschen aus dem erbarmungslosen Reinkarnstions-Kreislauf befreit. Von Anfang an sind die Vier Edlen Wahrheiten - ungeachtet der textkritischen und hist. Fragen, die hinsichtlich der vorliegenden Texte der frühen Buddhapredigt bestehen - als zentraler Inhalt der Lehre des Buddha angesehen worden. Sie bilden daher auch in der weiteren Entwicklung der Lehre den Bezugspunkt, an dem sich diese orientierte. Vor allem ist nicht zu übersehen, wie bei allen späteren Spekulationen sich immer wieder die soteriologische Frage durchsetzt und diese konkret mit der Verfolgung eines Mittelweges, der allen Weisen der Weltanhänglichkeit Einhalt zu gebieten sucht, verknüpft wird.

2. Abhidharma-Philosophie
Für die Zeit zwischen dem 3. vor- und dem nachchristl. Jh. angesetzt, kam es zu einer ersten systemat. und theoretischen Durcharbeitung der Lehre des Buddha und seiner Jünger, die dann von Verfassern als „höhere (abhi) Lehre“ getragen wurde. Im buddh. Schriftkanon bildet das in diesem Zusammenhang entstandene Schriftkorpus den 3. „Korb" neben den Vinaya- und Sutra-Kollektionen. Vorrangige Aufmerksamkeit erfuhr einmal die Bestimmung der verwandten buddh. Grundbegriffe, sodann die Diskussion des wahren Wesens aller Dinge. Wurde einerseits die Existenz des Atman zurückgewiesen rief doch andererseits die Kontinuität des menschlichen Lebens nach ihrer Erklärung, bei der dann die Konzeption von fünf Daseinsfaktoren oder auch Wesenselementen eine entscheidende Rolle spielte. Gerechterweise ist diesen Überlegungen, die in den Theravadatraditionen fortleben zugestehen, dass sie im Dienst der Heilsvermittlung, d.h. konkret der rechten Weise der Loslösung, erfolgten, die ihrerseits mit der rechten Sicht der Dinge verknüpft wurde. Dennoch gab es bleibenden Widerspruch, zumal die ontologisch-intellektuelle Betrachtung Dinge doch den Vorrang gegenüber der wahren Befreiung zu gewinnen drohte. So entstand zwischen 50 v. und 150 n. Chr. ein neues, inzwischen dem Mahayana-Buddhismus zuzuzählendes Schriftkorpus, die Prajnaparamitasutren, die jede „Anhänglichkeit“ an die Abhidharmalehre verwarfen und alle Dinge in ihrem Wesen für „leer" erklärten.

3. Madhyamika-Philosophie
Eine philos. Durchdringung der Prajnaparamita-Texte erfolgte in der von Nagarjuna, einem der bedeutendsten buddh. Philosophen, vermutlich im 2./3. Jh. begründeten Madhyamika-Schule, die Grundlagen für das nachfolgende mahayanistische Denken bereitstellte. Entscheidend wurde bei Nagarjuna die Verknüpfung der Lehre von Shunyata mit der Lehre vom Entstehen in Abhängigkeit voneinander, wonach pratityasamutpada sunyata ist. Damit wird eine Haltung möglich, die auch durch die subtilsten Restformen von möglicher Anhänglichkeit hindurch den letzten Rest einer wie immer gearteten Anhänglichkeit ablegt. Vordergründig kommt es freilich zu einer doppelten Gestalt der Wahrheit, weil das vordergründig unterscheidende Denken und Sprechen des alltäglichen Lebens - samsarisch - mit dem ununterscheidenden Denken und der Unaussprechlichkeit der absoluten Wahrheit - nirvanisch - eins ist und folglich zwischen Samsara und Nirvana eine negative Identität besteht. Diese negative, jedoch keinesfalls nihilistische Philosophie im Anschluss an Nagarjuna drohte in der Folgezeit entweder doch nihilistisch verstanden oder auf verschiedene Weisen ausgehöhlt zu werden. Sie ist aber bis in die Gegenwart die bleibende Provokation eines der Buddhaerfahrung entwachsenen Denkens geblieben.

4. Yogacara-Philosophie
Eine eigentümliche Form der Weiterführung der Madhyamika-Philosophie ist die auf Maitreyanatha sowie die Brüder Asanga und Vasubandhu (alle 4./5. Jh.) zurückgeführte Yogacara-Philosophie (wörtlich „Ausübung des Yoga"), auch Vijnanavada (= Weg des Erkennens bzw. Bewusstseins) genannt. Der entscheidende Fortschritt gegenüber der Madhyamika-Philosophie besteht darin, dass die neue Schule Nagarjunas Denken in den Rahmen eines kritischen Verständnisses des Bewusstseins stellt und in der Erläuterung von drei Bewusstseinsebenen zu einer Erklärung des illusorischen Alltagsdenkens und -sprechens gelangt. Wo dieses in die Vollendung der Weisheitsebene des Bewusstseins gelangt, erfolgt insofern eine bedeutungsvolle „Kehre", als die einem „bekehrten" Bewusstsein entspringende Alltagssprache ihrerseits fähig wird, die unaussprechliche Wahrheit in gültiger, wenn auch begrenzter Form auszusagen. Insofern es dabei zugleich um die Vermittlung des in den buddh. Schriften verborgenen Sinngehaltes geht, stellt die Lehre einen wichtigen Beitrag zur buddh. Hermeneutik dar. Es ergaben sich aus ihr in der Folgezeit starke Impulse für die Ausbildung einer buddh. Epistemologie und Logik sowie aus dem Zusammenhang mit intensiver Yogaübung ein entsprechender Einfluss auf das "Zen und dessen psychologisch-spirituelles Wegverständnis. Auch die Lehre von den drei Buddhakörpem fand im Yogatara seine endgültige Gestalt. Beide Schulen, Yogacara und Madhyamika, haben in der Folgezeit mit den genannten Themen in China, Tibet, Korea und Japan weitergewirkt.

5. Kyoto-Schule
Aus moderner Zeit sei die im Anschluss an K. Nishidas (1870-1945) Wirken in Kyoto entstandene Philosophie deshalb eigens genannt, weil sie im Raum des Buddhismus den ersten bedeutsamen Versuch darstellt, philos. Anstösse der buddh. Tradition im Medium abendländischen Denkens zu vermitteln. Dabei geht es bei allen sprachlichen Reserven, die gerade in den beiden grossen mahayanistischen Traditionen in Erscheinung treten - nicht zuletzt unter zen-, aber dann auch amidabuddh. Einfluss -, um die Vermittlung der buddh. Urerfahrung in die heutige Welt und in anders vorgeprägte Sprach- und Kulturhorizonte. Kreuzungspunkte ergaben sich zunächst mit der neuzeitl. dt. Philosophie (Kant, Fichte, Hegel, Nietzsche, Heidegger), sodann mit der dt. Mystik, inzwischen ergänzt durch Begegnungen mit der dt. und französischen Phänomenologie und Sprachphilosophie sowie in den USA mit der Prozessphilosophie. Der begonnene interkulturelle Dialog hat zugleich eine intensive Grundlagenforschung zur buddh. Tradition ausgelöst.
 


 

 

Hauptseite

Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung

Beste Bücher online einkaufen

Beste Internetadressen   Multimedia   Kunst   Zukunftsdeutung & Astrologie   Esoterik & New Age   Traumdeutung

Magie & Märchen & Mystik   Grenzwissenschaften   Hexenwesen   Dunkles im Netz   Parapsychologie & Okkultismus etc.

         Religion & Spiritualität   Alte Kulturen   UFO`s & Phänomene   Meditation, Licht, Fortleben

Heilmethoden, -therapien, Wellness   Aus-, Weiterbildung & Organisationen

Esoterisch-spirituelle Lexika   Lexikon der Parapsychologie   Lexikon der Esoterik