eso-shopping Partnerprogramm
 
Web sphinx-suche.de
Moviestreaming, filmdownloads etc..  Bücher
Religionen
A-Ani   Ant-Az   B-Bo  Br-C   D-Ep  Er-Fe   Fr-Gl   Gn-Gz   H-He   He-Hz   IJ   K
 L-Men  Mes-N   OPQ   R  S-Schu   Schu-Sz  Ta-Ti   To-Tz   U-Z
 

Böses - im Judentum

Böses und Leid sind an sich nicht identisch, sondern werden es erst durch die Ineinandersetzung der beiden. Der Schöpfer ist „gut“ wie auch seine Schöpfung gut und das Wohl, den Segen und das Heil an die Geschöpfe ausgerichtet ist. Daher hat die Frage nach dem „unde malum", die Macht des Bösen und das Leiden der Frommen und Gerechten, in den monotheistischen Religionen besondere Brisanz. Während die Psalmen noch mit naiver Selbstverständlichkeit vorauszusetzen scheinen, dass Gott die Gerechten (wenn auch manchmal nach langer und schwerer Prüfung) belohnt und die Bösen zugrunde gehen, zeichnet das Buch Ijob die Krise der Anschauung und deutet an, dass die Antwort auf anderer Ebene gesucht werden muss. Die vielen Heimsuchungen Israels verschärften das Problem, denn wenn auch Propheten u. a. das Leiden Israels als Strafe für seine Sünden deuten wollten, so war doch jedem klar, dass selbst das sündhafte Israel weniger sündhaft, grausam und unmenschlich war als seine Verfolger und Feinde. Teilweise als Antwort auf diese Frage entwickelten sich die messianischen und eschatologischen Anschauungen und Erwartungen. Glück, Segen und Seligkeit wurden auf das Jenseits bzw. die Endzeit verlegt. Leiden erhielt auch einen sühnenden Charakter, zumal das Leiden der Gerechten und Unschuldigen. Zudem wurde Leiden zur Erprobung des Gottvertrauens und der Hingabe an Gottes unerforschlichen Willen. Eine talmudische Erzählung berichtet, wie ein rabbinischer Meister von einer schweren und schmerzhaften Krankheit heimgesucht wurde. Die Schüler, die den Meister besuchten, brachen in Wehklagen aus: Wehe uns, dass wir dich so sehen müssen!", doch er antwortete: „Wehe mir, wenn ihr mich anders gesehen hättet!"
Die jüdische Martyriologie ist voll von Berichten nicht nur über Einzelne, sondern über ganze Gemeinden (bes. während der Kreuzzüge), die Marter und Tod in Treue, Liebe und Vertrauen auf Gott ertrugen. Während in der späteren Literatur Leiden dem unerforschlichen Willen Gottes zugeschrieben wird, betrachtet der Prolog zum Ijobbuch diese noch als Folge davon, dass Gott seinen frommen Knecht Ijob - zur Versuchung und Erprobung - dem Satan ausgeliefert hatte.
Mit der Erwähnung des Satans - einer Figur mit einer langen mythologischen und theologischen Geschichte - kommen wir auch zum metaphysischen Problem des Bösen. Der in der jüdischen Tradition scharf ausgeprägte ethische Dualismus von Gut und Böse kann nicht auf einen grundsätzlich ontologischen Dualismus zurückgeführt werden, da auch die bösen Mächte wie auch die Teilung der Menschheit in Kinder des Lichts und Kinder der Finsternis (z. B. in der Gemeinde von Qumran) letzten Endes auf den allmächtigen einzigen Gott zurückgehen. Das gilt selbst für die Dämonologie, die sich bes. z. Z. des 2. Tempels neben der Angelologie herausgebildet hat. Bezeichnend ist der in das tägliche Morgengebet aufgenommene Vers Jes 45,7, der Gott als Schöpfer sowohl des Friedens = Heils als auch der Finsternis - wohl in bewusster Polemik gegen den iranischen Dualismus - bekennt, mit einer charakteristisch-euphemistischen Änderung: Gott wird gepriesen als der, der „das Heil wirkt und alles geschaffen hat". Hier ergibt sich ein Ansatz für eine Theorie, die das Böse nur noch in menschlich unvollkommener Teilansicht erscheinen lässt. Entsprechend wird das Böse im Menschen in der rabbinischen Literatur „psychologisiert" und von dem bösen Trieb (bzw. der Neigung) gesprochen, welcher mit dem guten Trieb im Kampf liegt. Am Ende der Tage wird dieser böse Trieb, der manchmal bis ins Dämonische personifiziert wird, verschwinden. Die mittelalterlichen Theologen übernahmen zum grossen Teil die aus der griechischen Philosophie stammende Ansicht, dass - ontologisch gesehen - das Böse keine eigene Existenz hat, sondern eine privatio boni ist, wie auch die Finsternis Abwesenheit von Licht ist. Nur in der als Kabbala bekannten Form der jüdischen Mystik wird das Bäse bis zum Dämonischen hin personifiziert und ontologisiert, wobei oft eine an das Mythologische grenzende Sprache verwendet wird. Die Theorie des Ursprungs und Wesens sowie der Macht und Rolle des Bösen gehört zu den schwierigsten, von orthodoxen Kritikern oft als häretisch bezeichneten Lehren der kabbalistischen Esoterik. Die Erlebnisse unseres Jh., bes. der Holocaust, haben das Problem erneut und mit grosser Schärfe gestellt.
 


 

 

Hauptseite

Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung

Beste Bücher online einkaufen

Beste Internetadressen   Multimedia   Kunst   Zukunftsdeutung & Astrologie   Esoterik & New Age   Traumdeutung

Magie & Märchen & Mystik   Grenzwissenschaften   Hexenwesen   Dunkles im Netz   Parapsychologie & Okkultismus etc.

         Religion & Spiritualität   Alte Kulturen   UFO`s & Phänomene   Meditation, Licht, Fortleben

Heilmethoden, -therapien, Wellness   Aus-, Weiterbildung & Organisationen

Esoterisch-spirituelle Lexika   Lexikon der Parapsychologie   Lexikon der Esoterik