| Religionen |
| A-Ani Ant-Az B-Bo Br-C D-Ep Er-Fe Fr-Gl Gn-Gz H-He He-Hz IJ K |
| L-Men Mes-N OPQ R S-Schu Schu-Sz Ta-Ti To-Tz U-Z |
|
Böses - im Buddhismus |
|
Alle Gebilde sind
leidvoll. „Gebilde" meint Bewirktes, ursächlich Entstandenes, d. h. alles,
was zur Wandelwelt gehört. Warum alles Irdische leidvoll ist, erklärt der
vorhergehende Vers: „Alle Gebilde sind unbeständig." Irdisches bleibt ewigem
Wandel unterworfen. Von dieser Analyse der Wirklichkeit ging Buddha aus.
Ihre fundamentale Bedeutung zeigt sich bei den „Vier Edlen Wahrheiten",
deren Aufbau einem medizinischen Schema folgt: Erst wird die Diagnose
gestellt, dann nach der Ursache gefragt, dann, wie die Erkrankung geheilt
werden kann; den Schluss bilden individuelle Therapievorschriften. Die
religiöse Diagnose des Buddha heisst „Leid". Es wird verursacht vom „Durst",
vom Begehren. Sein Aufhören verursacht Nichtanhaften. Die Therapie, der
achtstufige Pfad, führt zu individueller Leidens-Erlösung. Die buddhistische
ist eine Missionsreligion. Als erste und manchmal schwerste Aufgabe müssen
Missionare den noch Ungläubigen Bedrohung durch das Unheil bewusstmachen,
damit sie motiviert werden, das neu gepredigte Heil zu suchen. Buddhistische
Missionare gehen von Leid aus, das jedermann vertraut ist: gebären und
geboren werden ist leidvoll; altern, die Zähne verlieren, runzlig und
grauhaarig werden, das Absterben der Sinne ist leidvoll; Krankheiten und
Schmerzen sind leidvoll; Sterben ist leidvoll; Sorgen, Trübsale des Geistes,
Verzweiflung und Jammer sind leidvoll; mit Leuten zusammensein müssen, die
einen nicht mögen, von geliebten Menschen getrennt leben müssen, auch das
ist leidvoll, kurz gesagt, leidvoll ist der ganze Mensch, die fünf
Anhaftungsgruppen. Und wo hört Leid auf? Im Nirvana, das im Gegensatz zur
Wandelwelt beschrieben wird als das Unwandelbare und Nichtbedingte, in dem
es keine Ursache für Leid mehr gibt. Manche stellen sich Nirvana wie einen
Ort vor, jenseits der Wandelwelt, in den der Erlöste eingeht. Erlöschen des
Leids bedeutet mithin das endgültige Ende unendlich vieler Wiedergeburten.
Doch Nirvana findet sich auch hier, mitten in der Wandelwelt. Dann ist es
kein Ort, sondern ein Zustand, das restlose Erlöschen der Leidenschaften,
des „Durstes", den der Buddha als Ursache des Leids erkannt hat. „Abgehauen
das Rad, er ist losgekommen zur Wunschlosigkeit, ausgetrockneter Fluss
fliesst nicht, abgehauenes Rad rollt nicht, dies ist das Ende des Leides" (Udana
VII 2). Solchen Zustand bewirkt nicht die Abtötung der Sinne, nicht ein Sieg
im Kampf gegen die Leidenschaften. Nichtanhaften bewirkt ihn. Es beginnt mit
der rechten Erkenntnis, dass alles in dieser Welt unbeständig und mithin
leidvoll ist. Dieses Wissen führt zum Nicht-anhaften. Wer nicht haftet, den
quält nichts mehr, wen nichts mehr quält, der kommt zu innerem Frieden, wer
inneren Frieden hat, der hängt sein Herz nicht an Besitz, Vermögen, Prestige
oder Vergnügungen, aber auch nicht daran, irgend etwas sein zu wollen, böse
oder gut oder fromm oder gescheit, denn auch das bringt Leid. Kann der
Mensch so leben, ohne etwas haben oder sein zu wollen? Buddhisten sagen ja.
Er kann ohne Neid, Anmassung, Habsucht, Missgunst, Streitsucht, Heuchelei
usw. leben, indem er seine Arbeit tut, ohne anzuhaften, d.h. ohne über sie
hinaus auf ein Haben oder Sein zu zielen. Dann hören die Dinge der Welt auf,
ihm Leid zu bringen, dann kann er sie haben, ohne anzuhaften, dann hat er
sie so, als hätte er sie nicht. Dann haftet er nicht länger am Leid, an der
Leidlosigkeit aber auch nicht mehr, denn Nirvana wird absichtslos oder gar
nicht erreicht. |
Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung
Beste Internetadressen Multimedia Kunst Zukunftsdeutung & Astrologie Esoterik & New Age Traumdeutung
Magie & Märchen & Mystik Grenzwissenschaften Hexenwesen Dunkles im Netz Parapsychologie & Okkultismus etc.
Religion & Spiritualität Alte Kulturen UFO`s & Phänomene Meditation, Licht, Fortleben
Heilmethoden, -therapien, Wellness Aus-, Weiterbildung & Organisationen
Esoterisch-spirituelle Lexika Lexikon der Parapsychologie Lexikon der Esoterik