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Baha'ismus |
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Auf dem Boden des shiitischen Islam Persiens entstandene und unmittelbar aus dem Babismus hervorgegangene neue Religion mit betont universalistischem Anstrich. Ihr Stifter, der Perser Mirza Husain 'Ali (geb. 1817), verkündete 1866 nach dem Bruch mit seinem Halbbruder und Führer des Babismus, Mirza Yahya Subh-i Azal, Empfänger einer neuen Gottesoffenbarung, der endzeitliche Mahdi und eine Wiederkehr (radja) aller früheren Religionsstifter zu sein. Er nannte sich Baha'ullah („Glanz Gottes") und forderte in zahlreichen Sendschreiben die Mächtigen seiner Zeit auf, sich ihm als der neuen „Manifestation“ Gottes zu unterwerfen. Er wirkte ausschliesslich durch das geschriebene Wort und verstarb 1892 im Exil in Akka (Palästina). Sein Sohn und Nachfolger Abdul Baha (1844-1921) verlegte den Sitz der Gemeinschaft von Akka nach Haifa, unternahm ausgedehnte Reisen nach Europa und Nordamerika und öffnete damit den Westen für den Baha'ismus. Ihm folgt Shawki Effendi (1897-1957) als „Hüter der Sache Gottes". Seit 1963 liegt die Führung beim neunköpfigen „Universalen Haus der Gerechtigkeit" mit Sitz in Haifa.
- Der Baha'ismus
betrachtet sich als die jüngste Offenbarungsreligion. Zwar werden die
übrigen Hochreligionen (Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum und
Islam) ebenfalls als göttlich in ihrem Ursprung anerkannt, doch haben sie
mit der Offenbarwerdung Gottes in Baha'ullah ihren Gültigkeitsanspruch
verloren. Im gegenwärtigen Tausendjahrzyklus (Gott offenbart sich in
zyklischen Epochen immer wieder von neuem) vermag allein der Baha'ismus
Anspruch auf Absolutheit und Ausschliesslichkeit zu erheben. Mit seiner
Forderung nach Eingliederung der gesamten Menschheit in ein theokratisches
Weltgemeinwesen setzt er zugleich starke politische Akzente. Die Leitung in
Haifa betrachtet sich heute schon als Keimzelle einer künftigen
Weltregierung. Die gegenwärtige Ordnung wird abgelehnt, und die Gläubigen
dürfen sich selbst nicht politisch betätigen. Der Baha'ismus besitzt eine
straffe zentralistische Organisation; ihr sind alle Gläubigen zu unbedingtem
Gehorsam verpflichtet. Ihre Erlasse gelten als Ausfluss des göttlichen
Willens und sind unfehlbar. |
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