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Ahnenkult |
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Voraussetzung für den
Ahnenkult ist der Glaube an ein Fortleben des Menschen nach dem Tod. Mit
diesem Glauben verbindet sich zum einen die Vorstellung heilsamen oder
schädlichen Einflusses der als „machtvoll" geltenden Toten, der durch
Opfergaben erhalten bzw. abgewehrt werden muss. Zum anderen verlangt die
jeweils gedachte Art des Weiterlebens eine ihr entsprechende Bestattungs-
oder Aufbewahrungsform der Toten. Soweit es sich bei den Ahnen um direkte
Vorfahren handelt, ist ihre Verehrung Sache der Familie oder Sippe.
Besonderer Einfluss wird verstorbenen Königen, Priestern oder Kriegern
eingeräumt, die zu Lebzeiten Träger von Macht, Wissen und Weisheit waren und
deren Kraft man sich durch bestimmte Rituale versichern will. Ihre Verehrung
ist Angelegenheit des ganzen Stammes. Ähnliche Motive liegen dem meist
zeitlich begrenzten oder durch periodisch wiederkehrende Rituale
gekennzeichneten Totenkult zugrunde. Auch er ist Angelegenheit des ganzen
Volkes und in Hochkulturen wichtiger Bestandteil der „Staatsreligion". Zum
Totenkult gehören vor allem rituelles Begräbnis, Totenklage: und -fest,
Hochschätzung der Gräber und Reliquien, aber auch Versorgung mit Nahrung und
als höchstem Ausdruck Mumifizierung der Leiche oder von Teilen derselben.
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