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Ahnenkult in Amerika |
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Ahnenkult findet sich bei
eher wenigen der höher entwickelten Bodenbauvölkern vornehmlich Mittel- und
Südamerikas und nur einigen sog. Naturvölkern Südamerikas und Westindiens.
Seine stärkste Ausprägung erfuhr er bei den Muisca Kolumbiens und den Inka
der peruanischen Anden. Aufgrund der Vorstellung, dass die Toten bzw. deren
Seelen weiterlebten und Einfluss nahmen auf das Geschick der Lebenden
(Schutz der Angehörigen, Rache an Feinden), wurden die Toten an heiligen
Plätzen oder im Haus der Angehörigen begraben und erhielten die
verschiedensten Grabbeigaben: Hilfsmittel für die schwierige, gefahrvolle
Reise zum jenseitigen Ruheort (z. B. bei den Azteken einen Hund als Führer)
wie auch Nahrung, die regelmässig erneuert wurde. Umfang und Wert der
Beigaben richteten sich nach dem Stand des Verstorbenen. Nicht selten wurden
Frauen und Diener verstorbener Fürsten geopfert und mitbestattet, um diesen
auch im Jenseits ein angenehmes Leben zu sichern. Mumifizierung der Leiche
war privilegierten Standespersonen vorbehalten. Insbesondere verstorbene
Kriegshelden wurden in Hockstellung mumifiziert und in Kriegen mitgeführt,
um den Kämpfenden mit ihrer Erfahrung und ihrem Mut beizustehen. Die
mumifizierten Inkaherrscher sassen links und rechts vom goldenen
Sonnenbildnis im Tempel zu Cuzco; ihre Hofhaltung wurde zum Zeichen ihrer
Unsterblichkeit fortgeführt. |
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