| Aesch Mezareph |
| Das reinigende Feuer Name einer kabbalistisch-alchemistischen Schrift, die wahrscheinlich im 16. Jahrhundert in Italien entstanden ist. Knorr v. Rosenroth gab vor, von diesem Buch eine Abschrift zu besitzen. Als er auf dem Titelblatt des 1. Buches seiner Kabbala denudata (1677) ankündigte, dieser Band enthalte ein Kompendium des Aesch Mezareph, weckte er die Neugierde aller Alchemisten, die bis zu Beginn dieses Jahrhunderts nach diesem mysteriösen Buch suchten. Man wusste davon nur, dass es zeige, wie man die zehn Sephiroth zu Goldmacherei benutzen könne. Man glaubte schliesslich, dass es mit dem Sohar in Eins verwebt und folglich nicht mehr zu erkennen sei, wie im Kompass der Weisen behauptet wird. Der bekannte Kabbalaforscher Scholem wies nach, dass Knorr v. Rosenroth tatsächlich im 1. Buch seiner Kabbala denudata (Kap. 1-8.) 16 Zitate aus dem Aesch Mezareph anführt. Sprachliche Kriterien sprechen eindeutig dafür, dass v. Rosenroth eine hebräische Handschrift vorgelegen haben musste. Die Schrift war nach den Metallen gegliedert: Gold, Silber, Eisen, Zinn, Kupfer, Blei, Quecksilber und Schwefel. Ihre Thematik war dreifach:
Scholem nimmt aufgrund von Gemeinsamkeiten mit italienischen Kabbala-Werken aus dem 16. Jahrhundert an, dass die Schrift aus der Feder eines gelehrten italienischen Juden der Renaissance stammt. Mit der Originalschrift hat der von Levi als Supplement zu seinem Buch Clef des grands mystères (1860) angeführte Text des Aesch Mezareph nichts zu tun. Dieser ist ein Phantasieprodukt des Autors. |
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