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Jene ringförmige Region
des Himmels, auf die sich die Ekliptik-Ebene projiziert, durch die bekannten
12 Tierkreis-Bilder gekennzeichnet; diese 12 Zeichen sind erstmalig in einem
Text aus dem Jahr 420 vor Christus aus dem Orient belegt: Lohnarbeiter,
Plejaden, Zwillinge, Krebs, Löwe, Ähre, Waage, Skorpion, schiessender
Kentaur, Ziegenfisch, Gula und zwei Schwänze. Damit war die Ekliptik in 12
Zeichen zu je 30 'unterteilt, während sie früher 16 Sternbilder aufgewiesen
hatte. Für die Astrologie handelt es sich bei diesen »Zeichen« jedoch nicht
um die echten Sternbilder, die infolge der Präzision des Frühlingspunktes um
jeweils etwa 30' weitergewandert sind, sondern um Felder oder Bezirke des
Himmels, die nur aus historischen Gründen die Namen der Sternbilder tragen.
Sternbild und Tierkreisfelder deckten sich vor etwa 3000 Jahren. Man kann
daraus schliessen, dass ungefähr in dieser Zeit das astrolog. Weltbild mit
einer Vorstufe der heutigen Einteilung des Zodiakus formuliert wurde.
»Ursprünglich wurden die Tierkreiszeichen sowohl in Babylon als auch in
Griechenland für praktische Zwecke benutzt, nämlich zur Zeitbestimmung bei
Nacht deswegen auch die exakte Einteilung in 30' und schliesslich die
Einteilung in 12 Zeichen, weil der Kalender 12 Monate zu 30 Tagen hatte.
Nach dem heutigen Stand der Forschung übernahmen die Griechen diesen
babylonischen Tierkreis, modifizierten ihn und ersetzten einige Namen und
Zeichen. Im 3. Jahrhundert vor Christus erreichte das in Mesopotamien
entwickelte ... Konzept des Tierkreises Ägypten, wo es mit dem Dekan-System
verschmolzen wurde ...«, so im Lexikon der Astrologie.
Die 12 »Zeichen« des Zodiakus mit einem Bogen von je 30' lassen sich in
Gruppen unterteilen: a) nach den 4 Jahreszeiten: als Frühlingszeichen
bezeichnen die Astrologen Widder, Stier und Zwillinge, als Sommerzeichen
Krebs, Löwe und Jungfrau, als Herbstzeichen Waage, Skorpion und Schütze und
als Winterzeichen Steinbock, Wassermann und Fische; b) nach den 4 -
»Elementen« in 4 Trigone: Feuerzeichen, Wasserzeichen, Luftzeichen und
Erdzeichen; c) nach den »3 Kreuzen« in das »kardinale Kreuz«, dem die vier
Erzengel Gabriel, Raphael, Michael und Uriel entsprechen, in das »bewegliche
Kreuz« und in das »feste Kreuz«, auf das sich die alten Weltecken-Hüter und
im Anschluss daran die vier Evangelisten mit ihren Tiersymbolen beziehen
sollen, Lukas: Stier, Markus: Löwe, Johannes: Adler und Matthäus: Mensch
oder Engel.
Diese systematisierenden Spekulationen sind jedoch in der älteren Astrologie
kaum nachweisbar und wurden erst in neuerer Zeit formuliert. Bereits in
älteren astrologischen Werken findet man hingegen die Einteilung des
Zodiakus in zwei Teile: a) in die »nördlichen« Zeichen und in die
»südlichen« Zeichen, des weiteren b) in die »Tages- oder Sonnenzeichen«
(Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze und Steinbock) und in die »Mond-
oder Nachtzeichen«.
Die den einzelnen Zeichen des Zodiakus zugeschriebene Symbolkraft ist
bereits seit der Antike in fast unveränderter Weise immer wieder
festgehalten worden. Im »Gastmahl des Trimalchio« des Petronius, gest. 66
nach Christus, wird dem Gastgeber der »Cena« ein Vortrag über die 12
Tierkreiszeichen in den Mund gelegt, der heute »in einer Tageszeitung kaum
auffallen und als Wochenprognose genommen werden« könnte.
Eine ältere Einteilung als die in 12 Tierkreiszeichen ist die altägyptische
in 36 »Dekane«,deren Aufgang nachj eweils etwa 1O Tagen für die Einteilung
des Jahres benutzt wurde. Die ägyptischen Namen in etwas entstellter Form
sind bei Firmicus Maternus erhalten. Dieser Autor spricht von »vollen und
leeren Graden«. Eine Liste der Dekan-Namen nach verschiedenen Quellen findet
sich bei Agrippa/Nowotny 1967. Geistesgeschichtlich interessant ist die
Liste der Dekannamen bei Bischof Kosmas von Jerusalem, um 740, die das
heterogene Pantheon des Hellenismus spiegelt. |