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WETTERZAUBER

Der keinen unmittelbar erkennbaren Regeln folgende Wechsel des Wetters, besonders das Eintreten von Unwettern, Hagelschauern usw. beschäftigte die Phantasie des Menschen wohl schon seit Urzeiten. Der Gedanke, böses Wetter feindlichen Mächten zuzuschreiben, ist naheliegend. Wetterzauber in Nordwesteuropa wird schon bei Pomponius Mela erwähnt. Im Norden sollen, späteren Berichten zufolge, vor allem die Lappen geübte Wettermacher gewesen sein, die Seeleuten günstigen Fahrtwind verkauften. Die Prozedur des Wetterzaubers wird häufig so geschildert, »... dass die Wetter Macherinnen Wasser in einen Kessel giessen und Feuer darunter machen; nachgehends, wenn das Wasser siedend, mit einem Koch Löffel dasselbe beständig herum rühren, und einige Zauber Worte dazu zu sprechen pflegten, wodurch der Himmel trübe, und Hagel und Sturm dadurch gemacht und zu wege gebracht werde«, nach Zedlers Lexikon. Viele Volkssagen haben diese Ansicht erhalten, der zufolge die Hexen auch »Wetter sieden, Schauer rühren«, »Wolken schieben« und tot oder verwundet niederstürzen, wenn mit einer geweihten Kugel in die Unwetterwolken geschossen wird.
Als Abwehrmittel wurde das Wetterläuten empfohlen. In Hexenprozessen tritt immer wieder die Anschuldigung des Wetterzaubers auf, wobei meist vorausgesetzt wird, dass die Hexen im Auftrag des Teufels Böses zu tun verpflichtet sind. Gelegentlich sind auch egoistische Motive dafür verantwortlich: etwa der Wunsch, das eigene aufgespeicherte Getreide teurer verkaufen zu können, wenn der Hagel das der Nachbarn vernichtet, so Byloff 1928. Auch Rachsucht aus gekränkter Eitelkeit wird als Motiv angeführt: Eine zu einer Hochzeitsfeier nicht eingeladene Hexe aus Waldshut am Rhein geht auf Anweisung des Dämons auf einen Berg und »da ihr, wie sie später gestand, das Wasser fehlte, um es in eine Grube zu giessen, welches Mittel sie ... beobachteten, wenn sie Hagel erregen, da liess sie selbst in die Grube, die sie gemacht hatte, ihren Urin an Stelle des Wassers hinein und rührte das nach der gewöhnlichen Sitte in Gegenwart des Dämons mit dem Finger um. Dann warf der Dämon die feuchte Masse plötzlich in die Luft und schickte einen Hagelschlag mit gewaltigen Schlossen, aber bloss über die Hochzeitler und Städtler...« Ein »Salon Wetterzauber «, gewissermassen ein Beweisstück für besondere Fähigkeiten auf diesem Gebiet, ist die Kunst, in einer Zimmerecke die Sonne scheinen, in der anderen aber den Regen und Hagel fallen zu lassen; nach Byloff, Prozess gegen Anna Neumann von Wasserleonburg.

 

 

 

 

 

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