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WERWOLF, das heisst Mann-Wolf

Die Vorstellung, dass Menschen sich zu gewissen Zeiten bzw. Mondphasen unter dämonischen Einfluss in einen Wolf verwandeln, ist schon in der Antike bezeugt. Des weiteren war der Glaube an den Werwolf in Westeuropa, Skandinavien und in den slawischen Ländern bis in neuere Zeit verbreitet. In der Zeit von etwa 1300-1680 nennen Bücher über magische Phänomene zahllose Fälle dieser Art, wobei die Verwandlung durch Anlegen eines Zaubergürtels oder durch Bestreichen mit einer Salbe eingesetzt habe.
Im Malleus maleficarum wird die Fähigkeit, sich in Wölfe zu verwandeln, auch den Hexen zugeschrieben: Es frommt wohl, »einzusehen, dass die jetzigen Hexen durch die Macht der Dämonen öfters in Wölfe und andere Bestien verwandelt werden«. »Thomas von Aquin sah in den Werwölfen dämonenerzeugte Scheinwesen; eine tatsächliche Verwandlung hielt er für unvereinbar mit den göttlichen Naturgesetzen. Die Religionsethnologie sieht in der Lykanthropie eine in psychopathologische Bereiche dringende Zerfallserscheinung der alten Wolfsmythologie «, nach Bonin 1978.
Noch im vorigen Jahrhundert erörterte J. von Görres ernsthaft die Frage, ob es sich dabei um eine reale oder um eine bloss visionäre Metamorphose der »dämonisirten« Menschen handle. Die Ursache für die Entstehung der Werwolf-Sage ist vielleicht die missverstandene Nachricht von schamanistischen Trance-Riten bei asiatischen Volksstämmen, verbunden mit Berichten über Fälle von Tollwut. Zahlreiche Beispiele für den Glauben an magischen Tierverwandlung findet man in der »Daemonomania magorum« des Jean Bodin, in der von Fischart übersetzten deutschen Ausgabe Strassburg. 1591 betitelt sich das betreffende Kapitel »Von der Lycanthropia oder Wolffsucht und ob der Teufel die Menschen im Vieh und Tier verwandeln könne«. P. Hughes weist auf das psychopathologische Syndrom der »Lycorexie« hin, das zum Teil auf einer Drüsenstörung beruht und die daran Erkrankten sich wie Wölfe fühlen und benehmen lässt.

 

 

 

 

 

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