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VENUS

Der am Strand von Zypern aus dem Schaum des Meeres geborenen Göttin, entspricht in der Alchemie das »kyprische« Metall. Astrologisch wird laut Zedlers Lexikon »diesem Planeten die Herrschaft über die Nieren, Mutter und Geburtsglieder, und seinem Einfluss die Krankheiten, so diese Teile angreifen, zugeschrieben. Dieser Planet soll den Menschen von vierzehenden Jahre bis auf das zwei und zwanzigste regieren, als in welcher Zeit die Buhlschafft angehet. Die Venus ist ihrer Natur nach warm und feucht, doch wieder den Jupiter Weibisch temperiert, und in allen seinen Aspekten gütlich, wird Fortuna minor genennet. Die Weibsbilder macht er schön, gibt ihnen ein rund Gesicht und Augen; formiert fast solche Leute, wie der Jupiter, welche aber dem Müssiggange und der Wollust ergeben sind. Wegen ihrer Wärme ist auch das Jahr, worin sie regieret, ziemlich warm und geschwüle... Die Pflanzen und Gewächse, welche diese Planeten, der Venus, Eigenschaften an sich haben, nämlich dass sie warm und feuchte sein sollen, sind der Sauerampfer, und wilde Poley, die Betonie, Ackermüntze, Kirschen, Erdbeere, Melisse, Krausemüntze, Dosten, Pöonien, Prunellen, Berberisbeer das Storchsschnabel Basilienkraut, und andere mehr. Die Venus soll die Früchte gegen den Herbst reif machen, daher ihr auch die röthliche Farbe zugeeignet wird: Auf den Medaillen erkennet man die V. an dem Apfel, welchen ihr Paris zuerkannt... Die Venus soll insbesondere bei den wollüstigen, freundlichen und sanfftmüthigen Thieren wirken, als bei den Ziegen, Kaninchen, Gemsen, Fasanen, Schwahnen, Rebhünern, Tauben und Turteltauben; und bey folgenden Gewächsen, als bey den Frantzosen Holtze, Glaskirschen, Pimpernüsslein, Lilien, Liebstöckel, Stendelwurtz, Seeblumen, usw.« P. Cochem meint, die Venus wäre ein »anmutiger liebreicher planet, von welchem aller Geruch und alle farb auf erden herkommt. Dan alle Schönheit, so in den Menschen, Tieren, Kräutern und Blumen zu finden ist, kommet durch die strahlen und Wirkung dieses himmlischen Gestirns.« Für J. W. Pfaff 1816 ist die Venus weiblich und regiert die menschlichen Lebensjahre 15-22. »Ihrem Einfluss sind vornämlich unterworfen der Geruch; die Leber und das Fleisch. Sie löst die Vergiftungen des Mars, wenn sie mehr beglückt ist als er, auf. Bezieht sich auf Weiber, Schwester, Weiberliebe, natürliches Zutrauen und Mitgefühl des Menschen, Ehre; Musse; Freude; künstliche Triebe; Sinn für Genuss; Billigkeit; beweglichen Sinn für Wissenschaft; Schwänke; unwahres Streben; sinnlicher Genuss im Übermaas; Wohlredenheit; alle verzierungen des Lebens.« Die astrologische Überlieferung verbindet mit der Venus den Freitag, die orangerote Farbe, unter den Edelsteinen den Opal und Smaragd, unter den Zeichen des Zodiakus libra und taurus. Ihr Einfluss wird als »erhöht« betrachtet im Zeichen pisces und als »erniedrigt« in den der virgo.

 

 

 

 

 

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