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VAMPIRE, aus dem Serbischen; ältere Schreibung »Vampyre«

Eine besonders in den Balkanländern einst sehr verbreitete Vorstellung, der zufolge Tote unter gewissen Umständen wiederkehren können, um Lebenden das Blut auszusaugen, bis der Leichnam ausgegraben und geköpft oder verbrannt wird. Dieser besonders in Ungarn, Serbien, Rumänien und Albanien bekannte Volksaberglaube ist nicht immer von der Werwolf-Vorstellung zu trennen. Im 46. Band des Zedler-Lexikons, von 1745, wird dem Vampir breiter Raum gewidmet. Eine umfangreiche Bibliographie von gelehrten Disputationen, Traktaten und Dissertationen geboten und im übrigen auf die Meinung hingewiesen, »es habe unter denen Leuten eine ansteckende Kranckheit grassiret, wodurch die Menschen plötzlich dahin gerissen worden. Weil aber solche Kranckheit auch ihre Phantasie verwirret, oder der Alp sich dabey gefunden, so sind sie auf die Einbildung gerathen, als würden sie von den Verstorbenen gedrückt, und ihnen das Blut ausgesogen«. Dass jedoch im 18. Jh. der Glaube an Vampire noch keineswegs erloschen war, zeigt die Berliner »Vossische Zeitung« 1755, wonach in Oberschlesien eine der Hexerei verdächtige Weibsperson nach ihrem Tod als Blutsäuferin umging und ihre Opfer zu Vampiren machte. Sie wurde exhumiert und ihre Leiche vom Scharfrichter enthauptet.
Der »amtlich beglaubigten Nachricht über Vampyrismus« und der Schilderung dieser Erscheinung widmet J. Görres viele Seiten im 3. Band seiner »Christlichen Mystik«. Typisch ist zum Beispiel der Bericht über den Vampir, der zu Lebzeiten der Heiduck Arnod Paole von der Südgrenze Serbiens war. »Man habe ihn etwa 40 Tage nach seinem Tode ausgegraben und, weil man seine Leiche ganz frisch und unverweset gefunden, auch ihm das ganze frische Blut zu den Augen, Mund und Nase herausgeflossen, über dem ihm neue Haut und Nägel statt der alten gewachsen, für einen Vampir erkannt. Als man darauf nach ihrer Gewohnheit ihm einen Pfahl durchs Herz getrieben, habe er ein wohlvernehmbares Geächze getan, und ein häufiges Geblüt von sich gelassen, worauf sie den Körper sogleich verbrannt, was auch den andern 4 von ihm Getöteten geschehen, weil Alle, die von den Vampiren geplagt und umgebracht würden, wieder zu Vampiren werden müssten«. Görres meint, dass das Verbrennen der Leichen der V. das einzige Heilmittel gegen diese »Seuche« sei, die »epidemisch von Zeit zu Zeit wiederkehrend... vorzüglich an den Stamm der Slawen sich knüpft«. Von 1812-28 stellte die Vampiren-Sage mehrere Opernlibretti, darunter für Heinrich Marschner. In die moderne Begriffswelt drang der Vampire »Dracula« durch das Buch des irischen Trivialschriftstellers Bram Stoker ein, der auch andere Schauerromane verfasst hatt, und zeitweilen basierend auf Büchern wie »The Vampyre« von John W. Polidori, dem Leibarzt von Lord Byron. Stoker war Mitglied der 1887 gegründeten rosenkreuzerischen Gesellschaft »The Golden Dawn« und daher mit mag. Büchern vertraut. Als historisches Vorbild der Vampir-Erzählung wird der siebenbürgische Türkenkämpfer Vlad Dracul, »der Pfähler«, genannt, dessen Schloss im Fagarasului-Gebirge 1462 durch Sultan Mehmed den Eroberer zerstört wurde und der überaus grausam gewesen sein soll.
Die Vorstellung der Vampire hängt vielleicht zusammen mit der arabischen der »Ghule«, dies seien böse Dämonen, die in Ruinen hausen und einsamen Wanderern auflauern. Wenn sie solche nicht finden, so graben sie nächtlich Tote aus und werden zu Leichenfressern.

 

 

 

 

 

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