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SORTES VERGILIANAE, lat. »die Lose des Vergil« |
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Eine in der Spätantike beliebte Methode der Divination. Die Aeneis des Vergil wurde dabei an einer beliebigen Stelle aufgeschlagen, und die ersten Verse, auf die das Auge fiel, wurden in Beziehung zu den persönlichen Problemen des Fragestellers gesetzt. So sagte der Astrologe Vindicianus dem heiligen Augustinus, es springe, »wenn man etwa ratsuchend einen beliebigen Dichter aufschlage, der etwas anderes besinge und im Auge habe, oft ein Vers heraus, der Merkwürdig gut auf das Anliegen passe«, was auf eine allgemeine »Orakelkraft« zurückzuführen sei. Augustinus selbst verdankte seine endgültige Bekehrung einem willkürlichen Aufschlagen der Paulusbriefe. In späteren Jahrhunderten wurde auf die gleiche Weise die Bibel als Hilfsmittel der Mantik, jedoch auch weiterhin die Aeneis. Die Volkssage machte daher aus dem römischen Dichter Vergilius einen »Virgilius den Zauberer«. Als solcher erscheint er unter anderem im »Speculum historiale« des Vincentius Bellovacensis, später in dem französischem Volksbuch »Faitz merveilleux de Virgille« |
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