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SOHAR, Zohar, das heisst »Glanz«

Das »kanonische Buch der Kabbala«, ist formal als Kommentar zum Pentateuch aufgebaut, enthält aber neue und dem alten Testament fremde Elemente. Als Autor wurde Rabbi Simeon ben Jochai bezeichnet, doch stammt die heute bekannte Version wohl weitgehend von Rabbi Moses ben schem-tov de Leön aus Avila, der ältere Elemente zu einem Ganzen vereinigte zu einem Buch, »in dem schöpferische Gedankenkraft, phantastische Bildlichkeit und systematischen Geist sich das Gleichgewicht halten« und das oft als »Säule des kabbalistischen Wissens« bezeichnet wurde. Es wurde später mehrmals durch Zusätze und Kommentare bereichert. Hier ist noch deutlicher als im Buch Jezirah von der Unerkennbarkeit des göttlichen Urgrundes und den stufenweise Offenbarungen in seinen Emanationen die Rede. Schubert bezeichnet den Sohar als das Hauptwerk der spanischen Kabbala. Das Buch »wurde... als Werk des Tanaiten Schimon ben Jochai aus dem 2. Jahrhundert nach Christus ausgegeben. Zu diesem Zweck wurde auch der grösste Teil des Zohar in einem künstlichen Aramäisch verfasst... Man dachte sich die zehn Sephirot in Form von drei Säulen angeordnet, deren unterste Sephira die Kraft der übrigen neun einerseits nach unten weitervermittelt und andererseits dem in ihr Mysterium eindringenden Menschen das Verständnis der oberen Sephirot ermöglicht. Oberhalb der Sephirot ist das En Soph, das 'Unendliche'. Das En Soph ist der Deus absconditus, der sich in seiner Schöpfungsmächtigkeit, das heisst in den Sephirot, offenbart. Die drei Säulen der Sephirot galten als Güte, Gericht und ausgleichende Gerechtigkeit Gottes... Vor allem die spätere Kabbala verstand die Sephirot im Sinne eines Menschen. So wie man im Menschen einen Mikrokosmos sah, deutete man den sich in der Schöpfung offenbarenden Gott als Makroantbropos.«Scholem setzt sich mit dem Problem der Persönlichkeit des Gottesbegriffes im Buch Sohar auseinander: »Die verschiedenen Tendenzen, die sich in der alten Kabbala beim Ringen zwischen Willen und Denken als der höchsten Instanz herausgebildet haben, haben sich unverkennbar im Sohar niedergeschlagen... worin ein biblischer und ein neuplatonischer Gottesbegriff in Bildern von dem `heiligen Alten` und von En-sof nebeneinander auftreten... Der heilige Alte, Attika Kaddischa, oder der Langmütige, Arich Anpin,... ist tatsächlich nichts als die erste Sefira in ihrer Einheit oder unlösbaren Verbindung mit En-sof«, nach G. Scholem. Im Druck erschien der Sohar 1558 und 1558/60; Teile davon sind auch in der »Kabbala denundata« des Knorr von Rosenroth enthalten.
Ein Beispiel für die hohe Wertschätzung, die der Sohar im Judentum genoss, ist der Ausspruch des Rabbi Baal-Schem Tov: »Im Urlicht, das Gott in den sechs Tagen des Anfangs schuf, hat Adam die Welt geschaut, von einem Ende bis zum anderen. Als aber Adam in Sünde fiel, hat ihm Gott das Licht entzogen und es für die Frommen in der grossen Ewigkeit bewahrt. Und wo? In der Lehre. Wenn ich daher das Buch Sohar aufschlage, so sehe ich in ihm die ganze Welt und kann im Schauen nicht irren«, nach Bloch.

 

 

 

 

 

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