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SENDIVOGIUS, Michael; vielleicht Sgdziwöj

Laut Kiesewetter, eigentlich »Sensophax, ... als unehelicher Sohn eines polnischen Edelmannes namens Jakob Sendimir im Jahre 1566 zu Sandez bei Krakau geboren«, ein in vielen Schriften erwähnter Alchemist, gestorben 1636, nach Schmieder oder 1646, nach Zedler, auf seinem Gut Gravarna in Mähren. Sendivogius soll 1604 den eingekerkerten Sethonius befreit und von ihm den Stein der Weisen erhalten haben, nach Schmieder. Er führte vor Kaiser Rudolf 11. eine Transmutation vor und erhielt dafür ein Gut an der mährisch-schlesischen Grenze, ebenso vor König Sigismund 111. und dem Herzog Friedrich von Württemberg. Dort wurde er von dessen Hofalchemisten Müllenfels des »roten Pulvers« beraubt, eingekerkert und musste fliehen. Als der Raub bekannt wurde, musste Müllenfels seine Tat durch den Tod büssen. Als jedoch das Pulver des »Steins der Weisen« zur Neige ging, soll Sendivogius zu betrügerischen Mitteln gegriffen haben: etwa als er 1619 in Wien vor Kaiser Ferdinand 11. eine Transmutation vorführte und dabei eine mit Amalgam überzogene Goldmünze verwendete, die sich in der Hitze »in Gold verwandelte«, als sich das Quecksilber verflüchtigte. Bei seinem Tode soll Sendivogius über keine Geldmittel mehr verfügt haben. Als fähiger Naturforscher und Vorläufer moderner chemischer Methoden wird Sendivogius hingegen dargestellt von R. Bugaj, »Michal Sgdziwöj«, Krakau 1968. Bugaj weist unter anderem auf den Ausspruch Sendivogiuss »Experientia unica et sola veritatis magistra« hin, aus dem Jahr 1604 belegt und schildert die Theorien des Alchemisten, worin Kalisalpeter als Kondensationsprodukt der Lebenskraft eine grosse Rolle spielt. Ferner soll Sendivogius unter den Namen »cibus vitae«, »mercurius aeris« und »nutrimentum multiplicativum« als Bestandteil der Luft den Sauerstoff beschrieben und seine Entdeckung bereits um 1600 vorweggenommen haben.
Seine Schriften wurden wiederholt aufgelegt: »XII Tractate De Lapide Philosophorum«, Strassbg. 1613: »Aenigma Philosophorum ad filios veritatis«; »Dialogus Mercurii, Alchymistae et Naturae«, Köln 1606; »Novum Lumen Chemicum «, veröffentlicht unter den Pseudonym Cosmopolita, Marburg 1624, Deutsch-Erfurt 1682; »Novi Luminis tractatus alter de Sulphure«; »Apographum epistolarum hactenus meditarum auperchemia«. Nürnberg 1618; »Lucerna salis Philosophorum«;die gesammelten Schriften gab Friedrich Roth-Scholtz 1717 zu Nürnberg heraus. Möglicherweise gehen die von Sendivogius veröffentlichte Traktate auf Sethonius zurück.

 

 

 

 

 

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