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SEGENZETTEL |
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Geschriebene oder gedruckte Sprüche und Gebete, Breves, oft eher Zaubersprüche in christlichem Gewand, waren in manchen bäuerlichen Gegenden im 19. Jahrhundert noch sehr verbreitet. Diese eher in den Bereich des religiösen Brauchtums als in jenen der Magie gehörigen Sprüchlein wurden dennoch zeitweise als Indicia magiae gewertet; so berichtet etwa Francisco de Os(s)una in seinem »Flagellum Diaboli« »Von den falschen Preservationen« im Kapitel »Von den superstitionen, Abgöttereyen und grossen Sünden« etc., der teufel »pfleget zuverfügen, dass die Menschen sich gebrauchen etlicher invocationen oder anruffungen, so da beschehen mit zeichen, Charactern, oder underschidlichen Figuren. Sie haben sonderbare zedeln, darin stehen geschrieben etliche viele Namen, die man nettet die hohe Namen, und sie sagen und geben für, dass alle die jenigen, welche dise Namen tragen an ihrem Leib, nit beschädiget können werden, weder vom Wasser von vom Fewr, noch überwunden vom Feind: Ebenmessig geben sie dir etliche gebettlein, welche angefült seynd mit disen Charactern, Figuren und Namen, und sagen, dass der jenig, welcher andächtiglich spricht dieses Gebett, nicht könne werden verwundt weder von dem Schwert, noch durch das Geschütz, oder in ander weg. Etliche gebrauchen sonderbare Segen, und recitirn und ausssprechen sonderbare von dem Teufel eingesetzte wort, auf den Stöcken, Büchssen, Bogen und dergleichen... Und obschon sie sich understehen zuentschuldigen, und zusagen, dass es die Namen Gottes seyen, die sie also brauchen,... so gib ich ihnen hierauff doch zur Antwort, dass gleichwol etliche Namen darunder gebraucht werden, welche Gottes Namen seiend, aber doch dass etliche vil unbekandte Namen darunder begriffen werden, welche da seynd entweder Namen dess Teufels, oder doch von dem Teufel erdacht und eingesetzt, zuvollbringen seiner wirckung. Und under disen unbekandten Namen seynd etliche Figuren,... eingesetzt und formirt worden von den Teufeln. Dass aber etliche Namen Gottes darunder werden begriffen und gedacht, beschicht solches zur verführung der Einfältigen«. |
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