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RINGE

Spielten in der Talismanik eine grosse Rolle, ebenso als Amulette und in der Volksmagie. Der spätantike Wundertäter Apollonius von Tyana soll 7 Amulett-Ringe mit Planetensymbolen besessen haben, so dass er jeden Tag einen anderen tragen und sich so unter den Schutz des jeweils regierenden Planetengottes stellen konnte. Schon Josephus Flavius erwähnt den Zauberring des Salomo. Die Sitte, Ringe besonders am »Ringfinger«, der 4. Finger vor allem der linken Hand, zu tragen, wird von Aulus Gellius unter Berufung auf den Griechen Apion damit erklärt, ägyptische Priester hätten beim Zergliedern von Leichen einen sehr feinen Nerv gefunden, der nur diesen Finger direkt mit dem Herzen verbinde. Ringorakel werden im Volksglauben der Spätantike erwähnt, etwa in einem Prozess des Kaisers Valens gegen die Hofbeamten Patrikios und Hilarius. Ein an einem Faden aufgehängter Ring pendelte dabei über einer Schale, an deren Rand das Alphabet eingeritzt war, worauf die betreffenden Buchstaben für Zwecke der Mantik gedeutet wurden. Im Mittelalter betrachtete man Ringe vor allem als Liebestalismane, auch als Liebeszauber, wenn sie eingeritzte magische Zeichen trugen. Ein Marseiller Benefiziat namens L. Gaufridi wurde, weil er auf diese Weise ein Mädchen behext haben sollte, 1611 zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Ringe wurden auch als Heilmittel gegen Krämpfe und Epilepsie verwendet, nachdem man sie 9 Tage in Schwalbennestern verborgen hatte. Besondere Macht erhielten Ringe durch nach astrologischen Regeln eingesetzte Edelsteine. In Sagen kommen oft Ringe vor, die Stärke verliehen. Ansonsten wiesen sie als in ihrer Form »endlose« Schmuckstücke auf Gelübde und Verlobungen hin.
Sinnverwandt mit den Ringen sind Kranz und Krone, »ihrem Ursprung nach ebenfalls Symbole der Schlange, die sich in den Schwanz beisst und so den mythischen Kreis ohne Anfang und Ende schliesst. Könige, Sieger, Dichter, Bräute, Priester, Tote... alle, die zum Opfer bringen oder zum Opfer gebracht werden, tragen die Fessel des Ringes und sind bekränzt«, nach R. MüllerSternberg 1964. »Der Kreis als magische Gestalt, zum ältesten Vorstellungsgut gehörend, wird im Ring und Reif zum Glücks-, Segens- und Kraftmittler. Die Bedeutung des Ringes als Amulett tritt besonders dort hervor, wo er nicht in Schmuckfunktion an den Händen getragen wird, sondern als Anhänger an Kette oder Kopfbedeckung. Den zahlreichen Ringvorschriften entsprachen Indikationen gegen Dämonen- und Seuchenbekämpfung«.

 

 

 

 

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