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PROJEKTION oder Tingierung |
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In der Alchemie das
Aufstreuen des Steines der Weisen, entweder in Pulverform oder in einem
Wachskügelchen, in geschmolzenes Blei, seltener in Quecksilber, damit daraus
Gold entstehe. Es handelt sich um die am häufigsten angestrebte
Transmutation der Metalle. Zu beachten sei stets die rechte Stunde, denn die
Projektion könne nur unter bestimmten Aspekten erfolgreich sein. Nach
Arnaldus von Villanova kann ein Teil des »lapis philosophorum« 100 Teile
Quecksilber in Silber oder Gold verwandeln, nach Libavius 1000 Teile.
Raimundus Lullus behauptet, dass eine Unze des Lapis aus Quecksilber 1000
Unzen »verdünnter Lapis-Substanz« erzeugen könne, und dieser Vorgang liesse
sich dreimal wiederholen, so dass am Ende noch jede Unze der auf diese Weise
vervielfachten Substanz noch 1000 Unzen Quecksilbers in Gold zu verwandeln
imstande sei, »ich könnte ganze Meere in Gold umwandeln, wenn es nur
genügend Quecksilber gäbe«. Das durch Projektion gewonnene Gold
unterscheidet sich nach Angabe vieler Alchemisten von dem natürlichen, doch
herrscht über die Art des Unterschiedes keine Einigkeit. Manchmal wird das
alchemistische Gold als »besser« oder »leichter« als das mineralische Gold
bezeichnet. |
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