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PORTA, Cavaliere Giambattista della, 1538 oder 1540-1615

Universalgelehrter der Renaissance, dessen Weltbild teils magisch, teils in modernem Sinne wissenschaftlich bestimmt war. Bekannt wurden seine optischen Experimente, etwa das Einfügen eine Linse in die Öffnung der »camera obscura«, weswegen Porta »der Vater der Fotografie« genannt wurde, des weiteren seine naturkundlichen Sammlungen, die wahrscheinl. A. Kircher zu dessen berühmten Kollektionen anregten. »Er halff viel zur Aufrichtung der Academie Degli Otiosi, und hatte eine andere in seinem Hause, welche die Academie de'Secreti genennet wurde, in welche man keine andere nahm, als allein solche, welche etwas neues in natürlichen Dingen entdeckt hatten. Allein der Päpstliche Hof verboth der letztern ihre Zusammenkünffte, weil deren Mitglieder, dem Vorgeben nach, unerlaubte Künste und Studien trieben. Porta gehorchte auch diesem Befehl gar willig; ward aber dennoch von den grösten Gelehrten seiner Zeit, und insonderheit von Ausländern täglich in seinem Hause besucht«, nach Zedlers Lexikon.
Portas Streben, Magie mit naturwissenschaftlichen Methoden zu verbinden, äussert sich vor allem in seiner »Magia Naturalis«, in der er einleitend sagt:»Ich werde das nachprüfen, was unsere Vorfahren gesagt haben und durch meine eigenen Erfahrungen nachweisen, ob sie recht oder unrecht haben«, ein Grundsatz, den Porta freilich nicht konsequent durchführt. Er berichtet über die künstliche Herstellung von Edelsteinen, Schlafmittel, Beeinflussung der Träume durch die Nahrung, Destillation und verschiedene kuriose Experimente. Peuckert 1956 nennt dieses Buch »ein Kabinett voller Raritäten, zum Wundern, zur Überraschung gesammelt«. Porta befasst sich in seinen 4 Büchern der Magia naturalis auch mit der Hexensalbe, wobei es sich vermutlich um den ersten seriösen Versuch handelt, unter exakten Beobachtungsbedingungen durchgeführt. Zu der Emulsion gehört neben Fett »Eleoselinum«, Aconitum, Pappelzweige und Russ, oder auch Sium latifolium, Wasserschwertlilie, Fünffingerkraut, Nachtschatten mit Öl und Fledermausblut. Diese perkutan applizierten Emulsionen sollen besonders bei schlecht genährten Personen die »Kraft der Imagination« stark bewegen. Eine als nachtwandelnde Blutsaugerin dem Gerücht nach bekannte alte Frau zog sich in ihre Stube zurück, entkleidete sich »und rieb sich über und über mit der Salbe stark ein, wie wir durch eine Ritze der Thüre sehen konnten. Durch die Macht der Salbe fiel sie sofort nieder und versank in einen tiefen Schlaf. Als sie nun erwacht war, erzählte sie Wunderdinge, wie sie über Meere und Berge gefahren sei usw.«, nach Kiesewetter. Portas »Celeste fisionomia« hingegen berichtet über die astrologische Beeinflussbarkeit der Körpersäfte, betont aber die Willensfreiheit. Ein absonderliches Werk ist Portas aus 8 Büchern bestehende »Phytognornonica« über die okkulten Korrespondenzen zwischen Tier- und Pflanzenwelt im Sinne der Signaturenlehre, ein Gedankengebäude, das die Physiognomik und damit die Lehre von Johann Caspar Lavater beeinflusste und als erster Versuch einer charakterologischen Ausdruckskunde gelten kann.

 

 

 

 

 

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