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PLANETEN

Sind für den Astrologen die 7 Wandelsterne der Antike, im Sinne des geozentrischen Weltbildes, wie es etwa von Ptolemaios formuliert wurde: also Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn, ebenso Sonne und Mond. Dies ergibt die heilige Sieben, die schon in den frühen Hochkulturen hochgeschätzt wurde. Die erst in neuerer Zeit entdeckten sonnenfernen Planeten Uranus, Neptun und Pluto fehlen naturgemäss in den klassischen Texten der Astrologie. Nach Ansicht neuerer Astrologen bedeuten sie »nicht neue Kräfte, sondern nur neue Kombinationen der Siebenerreihe«. Die erwähnten 7 Planeten wurden schon in der Antike einprägsam charakterisiert, gewissermassen im Sinne einer Typenlehre. Die Götternamen der Planeten entsprechen alten babylonischen Vorbildern. Diese Typisierung im Sinne einer Entsprechungslehre spiegelt sich in den Metallbezeichnungen der Alchemisten. Sie wurde bei den vorislamischen Mandäern und Sabiern Mesopotamiens circa 100 bis circa 900 nach Christus, besonders hervorgehoben, bei welchen ein Gestirnkult gepflegt wurde. Der Tempel des Saturn etwa war sechseckig und barg eine Kultfigur des Gestirngottes, eine Greisengestalt aus Blei. Von diesem Bereich aus scheinen sowohl Astrologie als auch Alchemie des Abendlandes wichtige Impulse empfangen zu haben, und zwar hauptsächlich durch die Vermittlung der Araber.
»In der Astrologie spielen die Planeten eine ausschlaggebende Rolle, man spricht oft von einer Planetenastrologie neben einer Tierkreisastrologie. Astrologisch werden die Positionen der Planeten im Augenblick der Geburt als fundamentale Grösse betrachtet, wobei insbesondere die als Planeten betrachteten Sonne und Mond wesentlich in die Interpretation des Horoskops eingehen«, Lexikon der Astrologie.
Die Planeten, die nicht wie die Fixsterne um den Himmelspol kreisen, sondern ihre eigenen Bahnen verfolgen und daher in der Frühzeit als selbständige kosmische Wesen angesehen wurden, haben in der Astrologie ihre grosse Wertschätzung weitgehend behalten. Als ihre Bahngesetze erforscht waren, schrieb man ihnen im Sinne der Lehre von den vier Elementen und Temperamenten vier Qualitäten oder Prinzipien zu, meist eingeteilt in Hitze und Kälte, Wärme und Nässe. Diese Qualitätenlehre finden wir noch bei Kepler, der in seinem Werk »De fundamentis astrologiae«, 1602, auch drei Grade dieser Qualitäten nennt: einen höchsten, einen mittleren und einen niedrigsten. Daraus ergeben sich verschiedene Mischungsverhältnisse: etwa Fehlen der Wärme und höchste Feuchtigkeit bei Saturn. Der Glaube an beseelte Gestirnwesen, ein Nachklang des alten Planeten-Kultes, äussert sich in der Lehre von Intelligentia und Daemonium der Planeten, etwa bei Agrippa von Nettesheim. Eine breit ausgesponnene Entsprechungslehre gliedert die Planeten im Sinne einer geschlechtlichen Polarität auf: als »männlich« gelten Sonne, Mars und Jupiter, als »weiblich« Mond, Venus und Saturn, als »hermaphroditisch« der Merkur. Nach alter Anschauung »regieren« die Planeten einzelne Tierkreiszeichen: etwa die Sonne den Löwen, der Mond den Krebs usw. Diese Regentschaft wird in älteren astrologischen Werken meist als »Domicilium« bezeichnet. Das im Zodiakalkreis gegenüberliegende Oppositions-Zeichen ist folgerichtig das »Exil« des betreffenden Planeten, also jenes Feld, in dem seine Wirkung besonders abgeschwächt ist: also im Falle der Sonne der Wassermann, im Falle des Mondes der Steinbock usw.. Die Domizile wurden häufig in »Tages- und Nachthäuser« unterteilt, und zwar so, dass zum Beispiel der Merkur bei Tag im Zeichen der Jungfrau, bei Nacht im Zeichen der Zwillinge besonders einflussreich empfunden wurde usw.. Die Sonne besass nur ein Tageshaus, der Mond nur ein Nachthaus, während man den übrigen Planeten je ein Tages- und ein Nachthaus zuschrieb. Des weiteren waren zu beachten die Punkte, an welchen sich der Einfluss der Planeten besonders erhöhte oder erniedrigte. So liegt etwa der Exaltationspunkt der Sonne im 19. Grad des Widders, ihr Dejectionspunkt im 19. Grad der Waage. Für das individuelle Horoskop waren jedoch die Positionen der Planeten zueinander besonders zu beachten.
Über die traditionelle Charakterisierung der Planeten ihre einzelnen Namen. H. A. Strauss 1926 zitiert eine Predigt des Meisters Ekkehart als Beispiel für die geistige Überhöhung der Planeten-Symbolik durch den Mystiker: »Ist die Seele zu einem seligen Himmel geworden, so ziert unser Herr sie mit den sieben Sternen, die St. Johannes schaute, im Buch der Geheimnisse, da er den König über alle Könige sitzen sah auf dem Throne seiner göttlichen Herrlichkeit 'und hatte sieben Sterne in seiner Hand'. So merket denn: es ist der erste Stern, Saturnus, ein Lauterer; der zweite, Jupiter, ein Begünstiger; der dritte, Mars, ein Furchterwecker, der vierte, die Sonne, ein Erleuchter; der fünfte, Venus, ein Liebesbringer; der sechste, Merkur, ein Gewinner; und der siebente, der Mond, ein Läufer. So geht denn am Himmel der Seele Saturnus auf, als ein Lauterer zu Engelsreinheit, und bringt als Gabe das Schauen der Gottheit« usw.
Aus all diesen zahlreichen zu berücksichtigenden Momenten ergibt sich ein überaus kompliziertes System, das im Sinne der Lehre von den Entsprechungen zahlr. Zuordnungen ermöglicht. So wurde zum Beispiel jedem Planeten ein mit ihm korrespondierendes Körperorgan, Metall, ein bestimmtes Räucherwerk bei Beschwörungen der Planetengeister, ein gewisser Edelstein usw. zugeschrieben. Darüber, sowie über die überaus komplizierten Entsprechungssysteme schreibt Agrippa von Nettesheim im Il. Buch seiner »Occulta Philosophia.

 

 

 

 

 

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