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MOLITORIS, Ulrich, richtiger als Molitor, da der Genitiv vom Namen des Vaters stammt. |
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Ein Rechtsgelehrter und Dämonologe aus Konstanz, gestorben 1492, war Autor eines einst weit verbreiteten und einflussreichen Buches über Hexerei. Er führte mit dem Bürgermeister von Konstanz, Konrad Schatz, und dem Erzherzog Sigismund von Österreich um 1488 ein Rechtsgespräch über die Verfolgbarkeit der Hexen und meint, dass die meisten Vergehen, die den Hexen zugeschrieben werden, von Dämonen begangen werden. Skeptisch ist Molitoris auch im Hinblick darauf, dass der Teufel nach der Ansicht seiner Zeitgenossen die Macht habe, die Elemente zu bewegen oder Mensch und Tier Schaden zuzufügen. Dennoch diente Mittelalters Buch, mit einfachen Holzschnitt illustriert, offenbar dazu, den Hexenglauben seiner Zeit klarer zu formulieren. Der Hexenglaube ist nach Molitoris teilweise auf »Fantastigkeit und Eynbildung« zurückzuführen. Im Hinblick auf »echte« Hexen jedoch ist Molitoris dafür, dass man »solich böss weyber von ihr abtrünigkeit und ketzerey und von ihres verkerten willens wegen nach keiserlichem Recht tödten sol und mag«. Die 1. Inkunabelausgabe war offenbar ein Erfolg, denn es erschienen zahlreiche Ausgaben und Übersetzungen. Als Beweis für den Hexenglauben werden auch Volkssagen herangezogen. |
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