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Name des Planeten Merkur,
in der Alchemie Bezeichnung des Quecksilbers, manchmal auch Tarnbezeichnung
der materia prima. In der Astrologie spielt Mercurius deshalb eine grosse
Rolle, weil er im Gegensatz zu den »männlichen Planeten« Sonne, Mars,
Jupiter und Uranus und den »weiblichen Planeten« Mond, Venus, Saturn und
Neptun als Hermaphrodit angesprochen wird. Bei Paracelsus ist Mercurius
einer der drei Weltbausteine: Sal, Sulphur, Mercurius Für den Astrologen ist
der Planet Vertreter des »intellektuellen Prinzips. Er ist der Bewegliche,
der Vermittler ohne eigenes Gesicht nach allen Seiten dienend durch die
Vielseitigkeit seiner Interessen wie seines Erinnerungsvermögens«, Rosenberg
1949.
Der Planet Merkur stellt die himmlische Entsprechung des irdischen
Quecksilbers dar, ebenso wie die Sonne dem irdischen Gold entspricht. Wird
anstelle der magischen Entsprechung ein geistiger Zusammenhang angenommen,
so gilt eine Identität des Planetengeistes mit jenem des Quecksilbers. In
der paracelsischen Schrift »Coelum Philosophorum« wird Mercurius als Symbol
des Flüchtigen, auch des höheren geistigen Bewusstseins charakterisiert.
Sein Einfluss auf den menschlichen Körper »regiert« die Lunge; Mercurius
bewirkt auch, dass die Körper fluidisch werden, denn nur so können sie
aufeinander einwirken. Die Metallnatur des Mercurius wurde lange Zeit
bestritten; so schreibt etwa J. J. Woyt in seinem »Gazophylacium«, man
rechne dieses »Wesen« mit »Unrecht unter die Metalle, da es sich weder
hämmern, noch giessen lässet. Die Metallurgi halten davor, dass dieses
Fluidum der Grundtheil aller Metalle sei, deren mehrere oder wenigere Feuer
Beständigkeit von dem mehr oder weniger gebundenen Mercurio herrühre.« Nicht
immer handelt es sich bei den chemischen Stoffen, die in der alchemistischen
Literatur mit »Mercurius« bezeichnet werden, um echte
Quecksilberverbindungen, »aqua mercurialis« zum Beispiel wird als
Antimon-Trichlorid, SbC13), gedeutet. Der sonnennahe Planet Mercurius hat
Iaut Pater M. Cochem viele »grosse und edle würckungen, welche er so wohl in
den pflantzen, als auch in dem vieh und in den menschen verrichtet. Daher
alles was in den kräuttern, hecken und bäumen lebhafft und kräfftig ist: was
in den thieren... wunderbarlich ist: und was finden menschen, in erfindung
allerhand künsten und wissenschafften spitzfindig ist, kommt nächst Gott,
von diesem gestirn her. Wo dieser planet etwas findet, das tauglich ist
seine krafft zu empfangen, giesset er ihm dieselbe ein, und durch den
einfluss seiner gläntzenden stralen bequemt er das hirn, und machet lebhafft
die kräfften des hertzens... Wan die strallen der sonnen gerad auf diesen
stern scheinen, und die stralen dises sterns zugleich mit den sonnenstralen
auf die erde zielen, so verrichtet der Mercurius noch grössere würckungen«.
In J. W. Pfaffs »Astrologie« (1816) ist Mercurius als Planet »zweydeutigen
und für sich wegen seiner Beweglichkeit unsichern Wirkens. Männlich (vom) 5.
-14. Jahr Herr des menschlichen Lebens. Er beherrscht die Sprache, und den
Verstand, Galle und Zunge. Er bezieht sich vornämlich auf wissenschaftliche
Beschäftigungen, auf Wohlredenheit, Dichtkunst, Messkunst, Entdeckungen,
Ehrgeiz, wankelmüthige Bestrebungen, Geschiklichkeit in körperlichen Dingen.
Er gebietet auch den Quellen und Gewässern.« Laut astrologischer Tradition
wird dem Mercurius als Planeten der Mittwoch, die Farbe gelb, unter den
Edelsteinen Topas und Karneol, unter den Zeichen des Zodiakus virgo und
gemini zugeordnet. Er gilt als »hermaphroditischer« Planet, dessen Wirkung
im Zeichen virgo als »erhöht«, im Zeichen pisces als »erniedrigt« betrachtet
wird. Über die symbolische Bedeutung des Mercurius als Quecksilber, Wasser,
Feuer, Luftgeist, Geist, Seele usw. |