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Alchemie, Geheimlehren, Mantik, Sterndeutung, Zauberkunst
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MANTIK, vom griechischen mantis, Seher

Kunst der Weissagung, lateinischen divinatio Konsequenz des Wunsches, die Zukunft zu erforschen. In Ciceros Schrift »De divinatione« wird zwischen der natürlichen und der kunstmässigen Mantik unterschieden. Nach Plutarch ist die Befähigung zur Mantik ebenso gewiss wie das Gedächtnis für das Vergangene. Die Verknüpfung eines künftigen Vorganges mit einem Ergebnis mantischer Operationen braucht keinerlei Kausalzusammenhang und umgeht verstandesmässige Folgerungen. Dennoch ist die Faszination des gedachten »Blickes in die Zukunft« offenbar so gross, dass mantische Prozeduren seit der Urzeit angenommen werden müssen und in primitiven wie in Hochkulturen nachzuweisen sind. In letzteren nehmen sie lediglich ab und zu den Charakter des Spielerischen an. Die Frage nach dem »Wieso« der angenommenen Vorbedeutungen wurde offenbar nie gestellt. Grundsätzliches zu diesem Thema bei H. E. Sigerist, Anfänge der Medizin, Zürich 1963. Übersicht über traditionelle Arten der Mantik bei Kiesewetter. und bei W. F. Bonin.
Die häufigsten Arten der Mantik wie sie von der Antike an mit immer neuen Varianten gepflegt werden, sind folgende: Aeromantie, Alectryomantie, Alphitomantie, Astromantie, Belomantie, das schon im alten Orient bekannte Pfeilorakel, Cephaleonomantie, Mantik aus den Kopfbewegungen eines Tieres, meist eines Esels, Chiromantie, Coscinomantie, Daphnomantie, Geomantie, Hieromantie oder Hieroskopie, Hepatomantie oder Hepatoskopie, Nekromantie, Totenorakel, Oneiromantie, Orneo- oder Ornithomantie, Pegomantie (M. aus Quellen), Rhabdomantie, Xylomantie. Seltener erwähnt werden Künste wie Axinomantie, eine locker gehaltene Axt fängt sich zu bewegen an, wenn der Name eines Schuldigen genannt wird, Dactyliomantie, Pendeln mit einem an ein Haar gehängten Ring über einem Alphabet oder einer Wasserschale, Onymantie und Teratoskopie. Diese Aufzählung liesse sich noch verlängern, da praktisch aus allen die Phantasie beschäftigenden Dingen des Alltags, die deutbare Form bilden oder deren Ausgang ungewiss ist, ein erdachter Bezug auf künftiges Geschehen gesucht werden kann in neuerer Zeit besonders aus Spielkarten, Teeblättern und Kaffeesatz.
Der Parapsychologe würde all diese absonderlichen Praktiken vielleicht als Versuche auffassen, eine visionäre Begabung, die ab und zu vorkommen mag, durch willkürliche Techniken zu aktivieren oder aber zu ersetzen. Obwohl es sich in der Praxis meist um eher scherzhafte als ernstgemeinte Versuche zur Entschleierung der Zukunft gehandelt haben mag, schreibt zum Beispiel J. Bodin alle Arten der Mantik den »malins esprits«, das heisst den bösen Dämonen, zu und bezeichnet sie als »arts Diaboliques«. In diesem Sinne hatte sich schon viel früher St. Athanasius in seiner Schrift »De Incarnatione Verbi Dei«, geäussert: »Vor Zeiten war alles voll von Orakeln und vom falschen Wahne der Menschen jetzt aber, seit die Lehre Christi verkündet und verbreitet wurde, hat jene Verblendung des Wahrsagens aufgehört, und man findet keine Wahrsager mehr. Früher hatten die Dämonen durch verschiedene Erscheinungen und Phantasmen die Menschheit verblendet« usw., ähnlich auch Justin der Märtyrer und andere Autoren. Im römischen Kaiserreich wurde das Treiben der Chaldäer, die sich mit Mantik befassten, immer wieder durch Verbote eingeschränkt, im Mittelalter derartige Versuche der Zukunftsdeutung meist unter dem Begriff des maleficium zusammengefasst. Nachdem Glaubender Zeit konnte ein Verkehr mit Dämonen nur bei der Negromantie angenommen werden, doch hatte diese im Prinzip nichts mit Mantik zu tun. Dennoch urteilten kirchliche Autoritäten oft sehr streng über alle Arten von Mantik so etwa der Theologe Petrus Einsfeld: »Warsagung ist verborgener und künftiger Ding, welche auf Menschliche weiss nicht können zu wegen gebracht werden, sondern durch des Teufels Krafft und sein Hülf, Daher dann gehören Verblendung dess Gesichts, auff die Träum halten, Weissagung auss Anschawung der Todten Warsagerkunst auss dem Erdtreich, Weissagung auss dem Wasser, Feuer, Luft, unzimbliche Kunst von Sternen, Weissagung aus der Vögelgeschrei, Menschliche Stimm, der Hand, Wunden und durch Losung.

 

 

 

 

 

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