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MALACHIAS, irisch Malmedoic O'Morgar

Erzbischof von Armagh, circa 1094-1148, päpstlicher Legat, Vorkämpfer der römischen Partei gegen die altirische Kirchengemeinschaft, Freund des heiligen Bernhard von Clairvaux. Malachias wurde besonders wegen der ihm zugeschriebenen Prophezeiungen über das Papsttum »von 1143 bis zum Ende der Zeiten« berühmt, bei welchen es sich jedoch um Fälschungen handelt, die in mehreren Versionen auftauchten und eine Liste künftiger Päpste samt ihren Beinamen in lateinischer Sprache enthalten. Die Unechtheit der Malachias-Prophezeiungen war schon in früheren Jahrhunderten bekannt; so heisst es etwa in Zedlers Lexikon: »Gemeiniglich werden ihm auch die bekannten Prophezeiungen von den Characteribus der Päpste zugeschrieben, welche in Arnold Wion, ligno vitae, mit des Ciacconii Erklärung zu sehen sind. Es ist aber schon vorlängst gestritten worden, ob ihm selbige zukommen oder nicht sind auch selbige bisweilen sehr gezwungen und schwerlich auszulegen. Nach Benedict XIII. sollen, nach Aussage dieser Prophezeiungen, noch 4 Päpste regieren, als dann wird Peter 11. ein Römer, in vielerlei Trübsal seine Herde weiden, Rom zerstöret werden, und der grosse Richter selbst sich seines Volkes annehmen. Es halten aber die Gelehrtesten dafür, dass diese Vaticinia erst bei der Wahl Gregor XIV. Im Jahr 1590 von den Anhängern dieses Pabsts geschmiedet worden.« Der erwähnte Benedikt XIII. war Papst von 1724-30. Malachias gründete die erste Zisterzienser Abtei in Irland und wurde schon 1190 von Clemens 111. kanonisiert. Biographie von J. O'Hanlon, Life of St. Malachy, Dublin 1859. Michaud 26, erwähnt als Kritik der Prophezeiungen das Werk »Refutation des pretendues propheties de St-Malachie«, von P. Cl.-Fr. Menestrier, Paris 1689, auch aufgenommen in den 3. und 4. Bd. des »Recueil des pieces curieuses«. Ähnlich H. Böhmer bei Herzog-Hauck: »Die Prophetia wurde zuerst 1595 von dem Benediktiner Wien veröffentlicht. Sie besteht aus 111 kurzen, orakelhaften Sinnsprüchen über die 111 Päpste, die von Celestin 11. bis zum Untergang der Welt regieren sollen.., Jetzt ist erwiesen, dass sie'präzis aus der Zeit zwischen dem 16. September und dem 4. Dezember 1590 stammen und dass sie gefälscht sind, um die Wahl des Kardinals Simoncelli zum Papste zu beeinflussen. Der Fälscher ist unbekannt; Wien ist nach Harnacks Darstellung nur als Veröffentlicher anzusehen.«
H. Swoboda nennt die Malachias-Texte »eine geschickte Verknüpfung von Post-festum-Prognosen und frischfroher Prophezeiung, die hinterher von gläubigen Beobachtern auf ,sensationell richtig' zurechtgebogen wurde. Deutlicher als in jeder anderen Prophezeiung wird jedenfalls bei Malachias, dass die Kürze des Weissagungsspruches die Möglichkeiten der Interpretation wesentlich erweitert: Je weniger gesagt wird, desto mehr lässt sich dahinter vermuten.«

 

 

 

 

 

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