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MAGNET, latein »lapis magnetis« oder »Hercules«

Natürlich vorkommend als Magneteisenstein, für die magische Betrachtungsweise ein besonders augenfälliges Beispiel der Sympathiewirkung in der mineralischen Welt. »Ob seine Krafft, wenn er in Blut von einem Widder gelegt, vermehret, oder durch Knoblauchs Saft vermindert werde, ist durch eine beständige Erfahrung noch nicht erwiesen. Paracelsus schreibt, solche Kraft einem besonderen Geiste zu, der in dem Magnet stecke, und das Eisen an sich locke«, so in Zedlers Lexikon. Sir Thomas Browne befasst sich ausführlich mit der alten Frage, ob der Magnet als Amulett bzw. Talisman im Liebeszauber wirken könne. So hatte zum Beispiel Dioskurides geschrieben, ein unter das Kopfkissen gelegter Magnet zwinge die Ehefrau zum Verlassen des Bettes, wenn sie untreu gewesen wäre, und dem römischen Volksglauben galt die im weitesten Sinne »attraktive« Wirkung des Magneten als erwiesen. Dies wurde erst durch den italienischen Jesuiten Nicolo Cabeo in dessen »Philosophia magnetica«, 1629, bestritten. Mit der Lehre von den »Heilkräften« des Magneten befasste sich im 17. Jahrhundert vor allem der schottische Arzt William Maxwell in seinem Buch »De Medicina Magnetica«, Frankfurt 1679, 1687, und noch im 18. Jahrhundert Flemming in seinem »Vollkommenen Teutschen Jäger«. Der Magnet spielte später in der Lehre Franz von Mesmers eine Rolle, der ab 1771 zusammen mit P. Hell die Heilkraft des mineral. Magneten untersuchte und dabei zu seiner Hypothese des »tierischen Magnetismus« kam. Der Ausdruck geht auf den Universalgelehrten Athanasius Kircher zurück. Es wurde von einer Art »Fluidum« gesprochen, das als unsichtbarer Kraftstrom das Universum durchströmt und besonders vom menschlichen Körper abgestrahlt wird, was vor allem zu Heilzwecken nutzbar gemacht werden sollte. Heute werden die therapeutischen Erfolge der »Magnetiseure« von einst vorwiegend durch Suggestivwirkungen erklärt. » Im 19. Jahrhundert arbeiteten sowohl Ärzte als Magnetiseure. Heute wird der animalische Magnetismus von der Schulmedizin nicht anerkannt, er spielt aber eine keineswegs unbedeutende Rolle bei nichtschulischen Heilern (Magnetiseuren, Magnetopathen«, W. F. Bonin.

 

 

 

 

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